5 wichtige Punkte für die Zusammenarbeit mit IT-Freelancern

Immer kürzere Innovationszyklen, neue Entwicklungen und Trends erfordern sehr spezielles Know-how, über das häufig nur freiberufliche Experten verfügen. Kaum ein IT-Projekt kommt deshalb ohne die Beauftragung von Freelancern aus, die zeitweise oder dauerhaft mit an Bord sind. Die Zusammenarbeit mit Externen ist hilfreich. Allerdings gibt es hierbei ein paar Fallstricke, die jeder IT-Projektleiter im Blick haben sollte.

 

IT Freelancer

Scheinselbstständigkeit

In den letzten Jahren hat die Regierung der Scheinselbstständigkeit den Kampf angesagt. Was als Schutz für Beschäftigte im Niedriglohnsektor gedacht ist, hat auch Einfluss auf IT-Projekte. Lassen Sie sich vom Freelancer nachweisen, dass Ihr Unternehmen nicht der einzige Auftraggeber ist. Zudem sollte er klar als eigenständiges Unternehmen auftreten, etwa durch eigene Visitenkarten, Website und individuelle Vertragsverhandlungen. Ziehen Sie im Zweifelsfall die Personalabteilung oder einen Personaldienstleister, der auf die Vermittlung von Fachkräften spezialisiert ist, hinzu, um sich entsprechend abzusichern.  

Vertrauen

An bestimmten Stellen in Projekten ist die Expertise eines externen Profis deutlich zielführender, als intern weiter nach den geeigneten Skills zu suchen. In der Zusammenarbeit ist allerdings wichtig, dass der Projektmanager dem Freelancer in dessen Expertentum vertraut und die notwendigen Freiheiten lässt. Zwar ist eine Kontrolle der geleisteten Arbeit unerlässlich. Dennoch kann der Externe sich am besten einbringen, wenn das Team sich auf ihn einlässt. Der Projektmanager hat also die Aufgabe, einen Rahmen zu definieren, der alle relevanten Vorgaben sicherstellt, ohne zu sehr einzuengen. 

Urheber- und Nutzungsrecht 

Häufig vernachlässigen Vertragspartner die Frage nach dem Recht an der entwickelten Software zu Beginn eines Projekts. Aber worin liegt der Unterschied zwischen Urheber- und Nutzungsrecht? Als Urheber gilt der Schöpfer eines Werks, beispielsweise einer Software. Das Urheberrecht kann niemals übertragen werden und verbleibt beim jeweiligen Schöpfer bis 70 Jahre nach dessen Tod. Auftraggeber können aber das einfache, ausschließliche oder urheberrechtliche Nutzungsrecht erwerben. Ebenfalls im Vertrag berücksichtigt werden sollten Verwertungs- und Bearbeitungsrechte. In jedem Fall benötigen Sie für korrekte Formulierungen in Verträgen die Unterstützung eines Personal- oder Rechtsexperten oder einen Personaldienstleister, der die Vermittlung der Experten abwickelt.

Verschwiegenheitspflicht

Ein so genanntes NDA (Non-Disclosure Agreement) ist mittlerweile fester Bestandteil der meisten Verträge. Es regelt die Verschwiegenheit über alle betrieblichen Belange und die Rückgabe von Unterlagen, Formularen etc. nach Beendigung des Projekts. Ausdrücklich mit einzubeziehen sind Dokumentationen und Speichermedien jeglicher Art. Lassen Sie sich zudem schriftlich die Löschung sämtlicher Daten und Software inklusive Quell- und Objektcodes bestätigen. 

Internationale Arbeitsverträge 

Große Projekte sind selten nur lokal begrenzt. Je mehr Ländergesellschaften in die Umsetzung einbezogen werden, desto häufiger treten Fallstricke in Bezug auf lokale Gesetzgebung, Sprache und kulturelle Differenzen auf. Besonders interkulturelle Teams scheitern häufig an einfachsten Missverständnissen. Hier sollten Sie zu Beginn festlegen, welche Regeln herrschen, und offen kommunizieren, falls es zu Unstimmigkeiten kommt. Noch komplizierter verhält es sich mit rechtlichen Aspekten, wenn beispielsweise ein Freelancer aus dem Ausland in einer deutschen Organisation eingesetzt wird – oder umgekehrt. Nicht selten stößt die eigene Personalabteilung hier an ihre Grenzen. Hier ist die Expertise von Personaldienstleistern hilfreich, die sich mit dem Einsatz von IT-Experten weltweit auskennen und entsprechende Vertragswerke vorliegen haben.