Abschied erhobenen Hauptes: Wie kündige ich richtig?

Wer unzufrieden am Arbeitsplatz ist und sich nach einer Veränderung sehnt, der wünscht sich manchmal, einfach die Bürotür des Chefs zu öffnen und mit den Worten "Das war’s. Ich kündige!“, das Gebäude zu verlassen und sich in das nächste Abenteuer zu stürzen. Doch ganz so einfach, wie es vielleicht in einigen Hollywood-Klassikern dargestellt wird, ist es in der Realität nicht. Wir zeigen, wie man richtig kündigt, zeitraubende Streitigkeiten vermeidet und den Arbeitsplatz obendrein im Guten verlässt.

Richtig kündigen – so geht‘s

Wer den Entschluss gefasst hat, das Arbeitsverhältnis selbstständig zu beenden, sollte seinen Arbeitgeber schnellstmöglich darüber in Kenntnis setzen, damit dieser sich zeitnah mit der Suche nach einem geeigneten Nachfolger beschäftigen kann. Die Kündigung muss schriftlich eingereicht werden, es ist aber nicht erforderlich, einen Grund hierfür anzugeben. Es reicht die einfache Formulierung: „Hiermit kündige ich das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis ordentlich und fristgerecht zum nächstmöglichen Zeitpunkt.“ Den Aufbau eines korrekten Kündigungsschreibens gibt es hier zum Nachlesen.

Leidthema Kündigunsfrist

Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende des Kalendermonats. Wichtiger als die gesetzliche Frist sind aber die vereinbarten Regelungen im Arbeitsvertrag oder in einem anwendbaren Tarifvertrag. Auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit kann bei entsprechenden Regelungen die Kündigungsfrist verlängern.

Darüber hinaus ist es üblich, den Resturlaub gegen Ende der Kündigungsfrist zu nehmen. Dieser kann vom Arbeitgeber aber auch verwehrt werden, zum Beispiel aus betrieblichen Gründen (etwa bei Hochbetrieb oder Personalmangel). Hat der Arbeitnehmer Zugang zu sensiblen Informationen kann es sein, dass er mit Einreichen der Kündigung gezwungenermaßen von seinen Aufgaben freigestellt wird. Abgekürzt werden kann die Kündigungsfrist mit einem Aufhebungsvertrag, auf den sich beide Parteien einigen. Mit einem solchen Vertrag kann auch der Einstieg in den neuen Beruf schneller beginnen. Im Zuge seiner Kündigung sollte sich der Arbeitnehmer zusätzlich ein qualifiziertes Arbeitszeugnis ausstellen lassen. In den meisten Fällen legt er dem Arbeitgeber einen Entwurf vor. Dies bedeutet zwar ein wenig Arbeit, allerdings kann er dafür auf das eigene Zeugnis aktiv Einfluss nehmen.

Würdevoller Abgang

Bevor das Kündigungsschreiben schriftlich bei der Personalabteilung oder dem Chef eingereicht wird, sollte man den Vorgesetzten schon vorher persönlich über den bevorstehenden Abgang informiert haben. Dieses Vorgehen hilft dabei, in guter Erinnerung zu bleiben. Denn wie heißt es so schön: man sieht sich immer zweimal im Leben - und vielleicht ist man auf den alten Chef oder die Kollegen in ein paar Jahren in anderer Funktion dringend angewiesen. Daher sollten auch etwaige Unmutsbekundungen im Kündigungsschreiben besser ausgelassen werden.

Nicht vergessen: Der Dank an die Kollegen

Hat man viele Jahre in einem Unternehmen oder einer Abteilung verbracht, haben sich häufig Freundschaften gebildet, die über den beruflichen Alltag hinausgehen. Daher ist es ratsam, sich von diesen langjährigen Kollegen angemessen zu verabschieden. Dies kann in Form eines Ausstandes geschehen (Art und Weise richtet sich nach den Gepflogenheiten des Unternehmens), dem Bereitstellen von kleinen Leckereien oder zumindest einer freundlichen Email, wenn man auf die Kollegen vielleicht nicht allzu gut zu sprechen ist. Sich ohne ein Wort von heute auf morgen zu verabschieden, könnte der eigenen Reputation aber nachhaltig schaden.