Arbeitszeugnis: So vermeiden Sie böse Überraschungen

Keine Bewerbung kommt ohne aus: Das Arbeitszeugnis. Neben Lebenslauf und Anschreiben ist es für Personaler die wichtigste Entscheidungsgrundlage.

Hier erfahren Personaler...

...wie Ihr Arbeitgeber Ihre Arbeit einschätzt.

...welche Aufgaben Sie erfüllt haben und.

...warum Sie die Stelle wechseln.

 

Arbeitszeugnis

Dabei steht im Arbeitszeugnis oft deutlich mehr, als Sie vielleicht denken. Personaler achten auf viele kleine Details, die man schnell übersieht. Deshalb verraten wir Ihnen, worauf Sie bei einem Zeugnis oder Zwischenzeugnis unbedingt achten sollten.

Formales: Es klingt banal, aber achten Sie unbedingt darauf, dass Ihr Arbeitszeugnis auf Firmenpapier geschrieben ist, Ihre persönlichen Daten korrekt sind (Name, Geburtsdatum, Eintrittsdatum) und das Zeugnis auch unterschrieben wurde. Es zeigt mangelnde Wertschätzung, wenn etwas davon nicht erfüllt ist. Wenn Sie feststellen, dass etwas fehlt, sprechen Sie die Personalabteilung darauf an. Ein korrekt ausgestelltes Arbeitszeugnis ist Ihr gutes Recht!

Tätigkeitsbeschreibung: Idealerweise stellen Sie selbst zusammen, welche Aufgaben Sie übernommen und Ziele erreicht haben, und geben diese Liste dem Zeugnisschreiber. Falls nicht: Prüfen Sie genau, ob alles enthalten ist. Auch Kleinigkeiten, die Sie für selbstverständlich halten, können einen Personaler bei Ihrem nächsten Arbeitgeber interessieren. Hier helfen Ihnen Formulierungen in Stellenausschreibungen, um herauszufinden, wie kleinteilig Tätigkeiten beschrieben werden.

Lebenslauf: Da Sie in der nächsten Bewerbung Ihr Zeugnis zusammen mit Ihrem Lebenslauf verschicken, sollten unbedingt alle Daten und Fakten übereinstimmen. Personaler vergleichen die Dokumente und prüfen so, ob irgendwo etwas nicht stimmt. Etwa, wenn eine Beförderung oder Weiterbildung im Zeugnis zu einem anderen Zeitpunkt erwähnt wird als in Ihrem Lebenslauf. Das wirkt schlampig und unordentlich. Im schlimmsten Fall aber könnte der Personaler meinen, Sie hätten etwas zu vertuschen!

Beurteilung: Über die Geheimcodes der Personaler wurden schon ganze Bücher geschrieben. Besonders wichtig zu wissen ist aber, dass bestimmte Formulierungen für Schulnoten stehen. Von 1 = sehr gut bis 5 = mangelhaft. So entspricht „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit“ der Note sehr gut, während „zur vollen Zufriedenheit“ nur eine 3 im Zeugnis bedeutet. Einen guten Überblick über Formulierungen und ihre Bedeutung in Schulnoten gibt es in diesem PDF.

Vorsicht: Negatives wird oft hinter freundlichen Worten versteckt

Positives ist negativ: Da in einem Zeugnis nichts Negatives stehen darf, sind Personaler dazu übergegangen, mit scheinbar positiven Formulierungen auch weniger gute Sachverhalte zu verklausulieren. Hier ein paar Beispiele:

  • Sie verstand es, alle Aufgaben stets mit Erfolg zu delegieren. (Im Klartext: Sie drückte sich vor der Arbeit, wo sie nur konnte.)
  • Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich. (Im Klartext: Er hatte Probleme mit seinem Chef. Vorgesetzte müssen zuerst erwähnt werden, dann die Kollegen).
  • Bei unseren Kunden war er schnell beliebt. (Im Klartext: Er machte zu viele und zu schnell Zugeständnisse und schadete damit womöglich der Firma.)


Schlussformel: Darunter verstehen Personaler den Grund für das Ausscheiden des Mitarbeiters aus dem Unternehmen. Diese kann man nicht einklagen. Aber wenn die Schlussformel fehlt, wird das häufig als schlechtes Zeichen gewertet. Enthalten sein sollten deshalb der Grund für die Trennung, der Dank für die Zusammenarbeit, ein Bedauern über die Trennung und Wünsche für die Zukunft. Eine gute Beispielformulierung: „Frau Schmidt verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch zum 31.12.2017. Wir bedauern ihre Entscheidung sehr und danken ihr für die immer gute Zusammenarbeit. Für die Zukunft wünschen wir ihr viel Erfolg.“

Übrigens: Wenn Ihr Vorgesetzter Sie bittet, das Zeugnis selbst zu schreiben, suchen Sie sich unbedingt Unterstützung. Das kann ein befreundeter Personaler sein oder auch ein Arbeitsrechtsanwalt. Im Internet gibt es zwar viele Tipps. Davon taugen aber nicht alle.