Auf der Suche nach dem richtigen Job: Stadt, Land, Frust?

Berlin, Hamburg, Köln oder München – fast jeder jüngere Jobsuchende möchte in einer Großstadt beruflich durchstarten. Viele der deutschen Metropolen werden umso attraktiver, je mehr Menschen dorthin ziehen. Das gilt vor allem für Berlin. Der Stadtentwicklungssenat der Hauptstadt hat für diese Jahr prognostiziert, dass 76.000 Personen aus anderen Bundesländern nach Berlin ziehen. Gleichzeitig werden 72.500 Berliner die Stadt verlassen. Die Stadt hat somit einen jährlichen Zuwachs von 3500 Menschen, die innerhalb Deutschlands in die Metropole an der Spree ziehen. Hinzu kommen noch Flüchtlinge, die langfristig auf den Arbeitsmarkt drängen. Dass es hier aber auch mehr freie Stellen gibt, ist nicht der Fall. Der eine oder andere Jobsuchende geht sogar so weit, dass er in seine favorisierte Stadt zieht, bevor er dort überhaupt eine Stelle gefunden hat. Dieses Phänomen trifft übrigens auch auf ganze Regionen zu, wie beispielsweise den süddeutschen Raum.

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Das Problem: In Großstädten und Ballungsgebieten ist auch die Konkurrenz entsprechend groß. Ist eine Stelle ausgeschrieben, müssen sich die Bewerber gegen viel mehr Mitbewerber durchsetzen als in ländlichen Regionen. Da ist Frust programmiert. Folglich nehmen vor allem Berufseinsteiger Stellen an, die eigentlich gar nicht den beruflichen Interessen entsprechen – nur um in einer hippen Großstadt zu leben.

 

Das muss nicht sein. Vielen ist gar nicht bewusst, dass es auch in ländlichen Regionen attraktive Job-Angebote gibt. Vor allem mittelständische Unternehmen wissen die Vorzüge abseits der Metropolen zu schätzen. Denn gerade für den Mittelstand sind Faktoren wie Standortkosten, Unterstützung von den jeweiligen Kommunen und Nähe zu zuliefernden Unternehmen entscheidend. Diese Betriebe suchen nicht selten händeringend nach Fachkräften. Genau hier bietet sich eine super Chance für Jobsuchende. Häufig können Berufseinsteiger schneller Karriere machen, als in Metropolen. 

Nicht nur aufs Gehalt gucken

Natürlich können große Unternehmen in Städten und Ballungsgebieten monatlich mehr zahlen. Vor allem in Süddeutschland gibt es attraktive Arbeitgeber, die mit höheren Gehältern locken. Aber was bleibt am Ende des Monats wirklich davon übrig? Die Mieten in Metropolen und in Regionen, wie im Raum Stuttgart, sind deutlich höher als in anderen Teilen Deutschlands.

 

Ein häufiges Argument gegen den ländlichen Raum: Hier braucht man ein Auto. Das kostet ebenfalls. Unterm Strich kann man aber nur raten, alle Kosten anzuschauen, bevor die Entscheidung für einen Job mit einem bestimmten Gehalt gefällt wird.

 

Ein Blick in andere Regionen Deutschlands wie das Emsland und Mecklenburg lohnt sich allemal. Was viele Jobsuchende ignorieren: Nicht nur der Job zählt, sondern auch die sogenannten weichen Standortfaktoren. Wie attraktiv ist die Landschaft? Sind Kindergärten, Schulen oder Vereine in der Nähe? Und gibt es Möglichkeiten, seinem Hobby nachzugehen?

 

Ob Stadt oder Land, an der Küste oder am Fuß der Alpen – letztendlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Eines ist jedoch sicher: Für die Suche nach dem passenden Job lohnt sich ein Blick über den Tellerrand – oder besser über die Stadtmauern.