Die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz für das Projektmanagement

Die Erfindung des Internets hat wie der Buchdruck die Welt komplett verändert. Und nun folgt die Künstliche Intelligenz (KI), die sie weiter umwälzen wird. Aber hat diese Innovation bereits eine Bedeutung für die ganz konkrete Arbeit in Projekten? Um das zu beantworten, werfen wir einen Blick auf die KI-Aktivitäten einiger Technologie-Giganten.

 

Brain Digitalisierung künstliche Intelligenz

 

Google: Übersetzen und Dateien ablegen

Google investiert in KI wie vielleicht kein anderes Unternehmen auf der Welt, und zwar nicht nur im Bereich des selbstfahrenden Autos. Bei seinem Übersetzungsdienst Translate hat sich der Einsatz bereits gelohnt. Der Service übersetzt mittels eines einzigen neuronalen Netzes von jeder der 103 unterstützten Sprachen in eine andere. Der Clou: Das gelingt, selbst wenn für die Quell- und Zielsprache keine Beispielsätze vorlagen. Das System hat mit Hilfe der KI-Technologie eine Universalsprache gelernt, so dass es für die jeweilige keine einzelnen Sprachbeispiele mehr braucht.         

 

Auch als Google im September vergangenen Jahres seine Produktivitäts-Apps in “G Suite” umbenannte, verkündete das Unternehmen, mehr KI und maschinelles Lernen im Portfolio unterbringen zu wollen. Das Unternehmen stellte zum Beispiel ein neues Feature in seinem Filehosting-Dienst Drive namens „Quick Access“ vor. Es nutzt Aktivitätsmuster, um die Dateien zu identifizieren und anzuzeigen, die man voraussichtlich braucht. Das spart Zeit und Nerven. Der Google-Kalender plant intelligent und selbstständig optimale Meeting-Termine für das Team, und das neue KI-Feature „Explore“ in Docs, Sheets & Slides wendet für die Unternehmensdaten automatisch bestimmte Formeln an – basierend auf den häufigsten Kundenanfragen.

Fazit: Die automatische Übersetzung und die G Suite sind Dienste, die Projektmanager sich 2017 auf jeden Fall anschauen sollten, um die Produktivität des eigenen Projektteams zu steigern.

 

 

Microsoft: Smarte Kalender

Microsoft hat im Dezember vergangenen Jahres neuste Forschungs- und Entwicklungsergebnisse mit KI-Bezug veröffentlicht. Der Fokus lag dabei auf „Conversational Computing“. Das Unternehmen teilte mit, dass es fast 25 Jahre in KI investiert habe, und jetzt entschlossen sei, den Konsumenten, Unternehmen und Entwicklern neue Technologien zu anzubieten. Es soll zum Beispiel leichter werden, Bots mit kognitiven Funktionen und Sprachverarbeitung zu entwickeln. Der praktische Nutzen ist jedoch noch überschaubar. Mit dem neuen Service Calendar help, der KI nutzt, soll es wie beim Google Kalender mit Hilfe einer Smart Scheduling-Funktion einfacher werden, Meetings zu planen. Noch lassen hier die großen KI-Innovationen auf sich warten. Aber weil so gut wie alle Unternehmen in irgendeiner Form mit Microsoft Office arbeiten, lohnt es sich für IT-Experten natürlich immer zu verfolgen, was der Softwareriese entwickelt.

 

 

Toyota: Das Interface von morgen

In diesem Automotive-Projekt lässt sich ablesen, wie die Benutzeroberfläche in Zukunft aussieht, wenn KI in allen Geräten steckt: In Toyotas  Prototypen "Concept-i" ersetzt die Interaktion mit dem digitalen Assistenten "Yui" zu großen Teilen die Bedienung mit Knöpfen und Touchscreens. Die Insassen steuern die Software mit Sprachbefehlen. Doch „Yui“ kann mehr als nur die menschliche Sprache erkennen. Der Assistent soll die Bedürfnisse der Benutzer voraussehen können. Wie es mit „Yui“ weitergeht, ist sicherlich besonders für Projektmanager interessant, die sich mit Interface- und UX-Design beschäftigen.  

 

Facebook: Zuckerbergs Smart Home

Yann LeCun, Leiter der KI-Forschungsabteilung bei Facebook, hat Ende vergangenen Jahres einige Videos produziert, die darlegen, wie KI funktioniert. Und  sein Chef Mark Zuckerberg hat vor kurzem mitgeteilt, wie es um sein persönliches Projekt steht, eine einfache künstliche Intelligenz für seinen Haushalt zu erschaffen. Er hat 100 Stunden gebraucht, um die KI „Jarvis“ zu bauen, die nun im Smart Home zum Beispiel den Temperaturregler und die Sicherheitsanlage steuert und neue Wörter lernt. Wer sich als IT-Experte mit dem Thema Smart Home beschäftigt, kann vom Facebook-Gründer sicher Denkanstöße bekommen. Zuckerberg erklärt genau, was er entwickelt hat, und was er daraus gelernt hat.