Digitale Bildung: Python und Java für junge Menschen

Die Schule von morgen soll digital sein: Mit Schülern, die ihre Aufgaben auf Tablets erledigen und Lehrern, die ohne Probleme die neuen elektronischen Tafeln bedienen. Interaktive Smartboard-Stifte statt Kreide, virtuelle Klassenräume statt ausgedruckter Arbeitsblätter. Doch die digitale Ausstattung ist nur eine Seite, auch die Unterrichtsinhalte müssen stimmen. Angesichts des gravierenden Fachkräftemangels müssen auch Fächer wie Informatik noch stärker in die deutschen Lehrpläne integriert werden, um den Nachwuchs zu fördern. Bis dahin können junge Menschen auch außerschulische Angebote nutzen. Wir stellen heute einige vor.

Digitale Bildung in anderen Ländern

Andere Länder haben die Weichen für die Zukunft schon gestellt. Vor allem in Großbritannien stehen Informatik- und Computerkurse schon seit Jahren auf dem Lehrplan. Mit Sir Tim Berners-Lee, dem Erfinder des World Wide Web, und Ada Lovelaces, der ersten Programmiererin der Welt, hat das Vereinte Königreich in der Vergangenheit bereits zwei digitale Pioniere hervorgebracht. Und die digitalen Visionäre von morgen lernen auf der Insel schon seit der Grundschule Programmiersprachen wie Java oder Python kennen. Hierzulande tun sich die Behörden mit solch innovativen Maßnahmen noch schwer. Mit dem Geld aus dem kürzlich beschlossenen „Digitalpakt Schule“ sollen deutsche Lehranstalten oder anderes Synonym jetzt für den digitalen Wandel fit gemacht werden: besseres WLAN an Schulen, mehr Computer und digitale Lerninhalte für die Schüler. An vielen Schulen hapert es aber an den Grundvoraussetzungen, das Thema Digitalisierung wurde lange vernachlässigt. Vielerorts fehlt ausreichend geschultes Personal und auch die Schulgebäude sind zum Teil noch nicht mit den entsprechenden Datenleitungen ausgestattet.

Informatikkurse für junge Menschen  

Bis auch an deutschen Schulen Programmiersprachen unterrichtet werden, kann es also noch etwas dauern. Doch es gibt auch zahlreiche außerschulische Angebote, die junge Leute nutzen können, um ihre digitalen Kompetenzen auszubauen. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt „Bundesweite Informatikwettbewerbe (BWINF)“ richtet jedes Jahr den „Informatik-Biber“ für Schüler der Jahrgangsstufen drei bis 13 aus. Dabei handelt es sich um einen Online-Wettbewerb, der im November stattfindet und das digitale Denken der Schüler fördert. „Dank des Informatik-Bibers gelingt es uns, bereits früh das Interesse an Informatik sowohl bei den Schülern als auch bei den Schulen selbst zu stärken“, sagt Dr. Wolfgang Pohl, Geschäftsführer der Bundesweiten Informatikwettbewerbe. Mit den Aufgaben aus 2017 können Sie testen, ob Sie mit den Schülern mithalten können. Das Projekt bietet darüber hinaus Kurse zum Programmieren an. Häufig bieten auch Universitäten solche Einführungskurse an. Eine Liste mit kostenlosen Online-Kursen zu verschiedenen Informatik-Themen finden Sie hier.

Günstige Kurse an den Volkshochschulen

Auch die Volkshochschulen bieten Kurse zum Thema Informatik für Einsteiger und Fortgeschrittene an. Diese Angebote sind kostengünstig und finden häufig am Wochenende oder in den Abendstunden statt. Dadurch können auch Schüler, Studenten und Berufstätige die Kurse nutzen. Das Programm finden Sie auf der Webseite der jeweiligen Volkshochschulen. In Hamburg gibt es beispielsweise einen Kurs für den Bau und die Programmierung von Robotern.  München, Berlin und viele weitere Städte bieten Grundkurse zu den Programmiersprachen Java und Python an. Vier IT-Netzwerke, die sich speziell an Frauen richten, haben wir in diesem Blogbeitrag schon vorgestellt. Auch dort gibt es Kurse und Fortbildungen. Die Organisationen haben das Ziel, den Frauenanteil in der IT-Branche langfristig zu erhöhen.