Dress Code: Wie weit muss ich mich für den Kunden verkleiden?

„Kleide Dich für den Job, den Du willst. Nicht für den, den Du hast!“ So lautet eine Business-Weisheit aus der Karriereberatung. Freelancer haben es dabei besonders schwer – oder leicht. Denn auf der einen Seite sind sie natürlich ihr eigener Herr, müssen sich keinem Unternehmensstil anpassen. Andererseits buhlen sie mit jedem Auftritt um Folgeaufträge und müssen somit auch äußerlich einen guten Eindruck hinterlassen. Gleichzeitig sind sie häufig in verschiedenen Branchen unterwegs. Was also tun, wenn man sich nicht permanent verkleiden und authentisch bleiben will?

 

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Der erste Eindruck - Warum in 3 Sekunden vieles entschieden ist

Haben Sie den ersten Eindruck verbockt, bekommen Sie oft keine zweite Chance. Im Berufsleben ist das besonders ärgerlich. Denn eigentlich sollten Erfahrung und Können doch den Ausschlag geben, und nicht nur Auftreten und Aussehen. Unser Gehirn steckt aber noch in der Steinzeit. Damals musste es blitzschnell reagieren, ob Freund oder Feind vor ihm steht. So teilen wir auch heute noch Menschen nach wenigen Sekunden in Schubladen ein. Damit Sie nicht in diese Falle tappen hilft es sich klar zu machen, welches Bild Sie von sich beim Gegenüber vermitteln wollen.

Uniform und Gruppenzwang - Warum Sie die Codes einer Branche kennen sollten


Soldaten, Krankenschwestern und Polizisten haben es leicht. Hier ist klar, was getragen werden darf und muss. Aber es gibt in fast jeder Branche auch eine inoffizielle Uniform, nach der man sich richten sollte, um nicht unangenehm aufzufallen. Eine einfache Regel: Sobald Seniorität und  Seriosität ausgestrahlt werden sollen, muss es formellere Kleidung sein als in kreativen Berufen. Deshalb sind unter Anwälten oder Finanzdienstleistern immer noch Anzug und Krawatte bei den Herren ebenso Alltag wie das Kostüm oder der Hosenanzug mit Bluse bei den Damen. Die Codes einer Branche sollten Sie kennen. Achten Sie als Freelancer auch darauf, welche Rolle sie bei Ihrem Kunden einnehmen und welche Funktion sie ausüben.

Anpassen oder nicht - Warum Sie es nicht wie das Chamäleon machen sollten

Als Freelancer haben Sie auf der einen Seite ihren eigenen Beruf – etwa den eines IT-Experten oder Controllers. Auf der anderen Seite werden Sie in dieser Rolle von Kunden beauftragt, die aus den unterschiedlichsten Branchen stammen. Wären Sie ein Chamäleon, war das kein Problem. Sie würden sich automatisch an das Umfeld anpassen. Als Experte sollten Sie aber auch wenn Sie in unterschiedlichen Branchen zu tun haben, nicht völlig Ihren eigenen Stil aufgeben. Man fühlt sich selbst meist unwohl, wenn man sich in der Werbeagentur als kreativer Hipster verkleidet und am nächsten Tag in der Bank mit Schlips im Serverraum herumwerkelt. Sie sind schließlich kein Chamäleon. Ein paar allgemeingültige Dress Codes helfen Ihnen, sich an unterschiedliche Umstände anzupassen und trotzdem einen eigenen Stil zu wahren.

 

Dress Codes für alle Fälle:

 

  • Dass die Kleidung sauber, gebügelt und wohlriechend ist, ist bei Kleidungsfragen mindestens so wichtig wie das Kleidungsstück an sich. Kostüme und Anzüge gehören regelmäßig in die Reinigung. Hemden und Bluse müssen einwandfrei gebügelt sein.
  • Auf Details achten! Saubere, nicht ausgetretene Schuhe, gepflegte Fingernägel, eine makellose Rasur (oder der gepflegte Bart) sowie ein frischer Haarschnitt wirken auch in Kreativberufen gut. Apropos: Offene Schuhe sollten im Job tabu bleiben. Selbst perfekt pedikürte Füße sind fürs private Umfeld. Zudem gibt es Kulturen, in denen nackte Zehen ein Affront sind. Also besser nicht offen tragen.
  • Accessoires hübschen den günstigsten Anzug auf. Da kann die Klamotte auch vom Textildiscounter sein, wenn Gürtel, Uhr, Schmuck (bei Damen!) und Schuhe von guter Qualität sind. Vorteil: Sie kommen weniger schnell aus der Mode. Eine Investition lohnt sich also.  
  • Weniger ist mehr. Das gilt besonders – aber nicht nur! – für die Damen. Glitzernde, ultralange Fingernägel wirken unseriös. Schmuck setzen Sie besser sparsam ein. Und je nach Branche sind auch Tattoos nicht jedermanns Sache. Schauen Sie sich einfach bei den Kollegen um, wie weit die gehen dürfen.
  • Wenn Sie Zweifel haben, gehen Sie auf Nummer sicher: Auch wenn Sie Ihren eigenen Stil haben, nehmen Sie sich als Freelancer lieber weniger heraus als die Belegschaft.
  • Politische und religiöse Statements sind heikel. Das gilt für T-Shirts mit Motto-Aufdruck ebenso wie bei Schmuck oder Tätowierungen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Ihr Kunde tickt, bleiben Sie lieber neutral.
  • Toben Sie sich privat aus! Dann fällt es umso leichter, sich Montagmorgen wieder nach den Erwartungen des Kunden zu richten.