Druck am Arbeitsplatz: So bewahren Sie einen kühlen Kopf

Immer höher, schneller, weiter. Für den maximalen Erfolg nehmen Arbeitnehmer im kalifornischen Silicon Valley, dem Epizentrum technologischer Innovation, Arbeitswochen mit bis zu 100 Stunden in Kauf – und sind stolz darauf. Von einer solchen Jobkultur ist Deutschland glücklicherweise noch weit entfernt. Doch auch hierzulande nehmen Druck und Intensität der Beschäftigung merklich zu. Was die Ursachen sind und wie Sie mit hohem Druck zurechtkommen, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag. 

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Jeder Zweite steht unter Druck 

Es gibt Tage, an denen das E-Mail-Postfach aus allen Nähten platzt und der Telefonhörer durchgängig am Ohr klebt. Wie stark diese Arbeitsbelastung die Psyche und Leistungsfähigkeit der Menschen belastet, hängt von der jeweiligen Person ab. Fest steht aber: In Deutschland fühlt sich jeder zweite Beschäftige oft gehetzt oder zeitlichem Druck ausgesetzt. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Demnach hätten psychische Belastungen und Arbeitsstress insbesondere durch den digitalen Wandel zugenommen. Die Chancen der technischen Veränderungen schlagen also vielerorts ins Negative um.  

Ursachen und Folgen hoher Arbeitsbelastung  

Doch nicht nur die veränderte Art und Weise der Kommunikation hin zum Digitalen erzeugt hohen Druck. Auch cholerische Chefs, ungeduldige Kunden und Zeitmangel sind Ursachen für den weit verbreiteten Arbeitsdruck. Allen voran die zeitliche Komponente treibt vielen Arbeitnehmern Schweißperlen auf die Stirn. Permanente Nachfragen und näher rückende Deadlines führen zu Hektik und zwingen uns, spontane Entscheidungen zu treffen, die nicht immer richtig sind. Dazu kommt die schiere Menge an Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Gerade in der IT-Branche kommen viele Arbeitnehmer aufgrund des andauernden Fachkräftemangels und der damit verbundenen hohen Nachfrage oft an ihre Grenzen. Hinzu kommt der hohe Verantwortungsdruck, den viele Aufgaben mit sich bringen. Schließlich läuft ohne die IT in vielen Büros nichts. Wenn dann Probleme auftreten, müssen die Fachkräfte unter hohem Druck schnell Lösungen finden. Eine solche Arbeitsbelastung kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben wie beispielsweise Versagensängste, Burnout-Erscheinungen oder Depressionen.  

Es muss nicht perfekt sein   

Dagegen hilft, die eigenen Ansprüche ein wenig zurückzuschrauben. Lechzen Sie nicht nach Perfektion, sondern geben Sie sich auch mal mit einem ordentlichen Ergebnis zufrieden. Versuchen Sie, den von außen herangetragenen Druck nicht selbst noch zu verstärken. Um einschätzen zu können, welche Aufgaben Sie auch mit etwas weniger Perfektionismus angehen können, legen Sie eine Prioritätenliste an. Damit führen Sie sich gleichzeitig vor Augen, welche wichtigen Dinge Sie zuerst angehen sollten und wo es auch mit weniger Aufwand klappt. Fangen Sie mit den wichtigsten und quälendsten Aufgaben an, um einen Großteil der Last nicht noch länger mit sich herumzutragen. Das könnte Sie auch zusätzlich motivieren, denn Sie wissen: Wenn diese Sache erledigt ist, fällt mir der Rest wesentlich leichter.  

Auch mal „Nein“ sagen 

Wenn es aber nicht nur eine, sondern gleich mehrere solcher Aufgaben gibt, hilft auch die beste Organisation nichts. In diesen Fällen müssen Sie lernen, Aufgaben abzulehnen und im Zweifel an andere zu delegieren. Dafür sollten Sie stets im Blick haben, wie lang Ihre To-Do-Liste ist, damit Sie nicht erst im Nachhinein merken, dass Sie sich übernommen haben. Sprechen Sie mit Ihren Kollegen, um die Arbeitslast auf mehrere Schultern zu verteilen. Vielleicht hat ein Kollege gerade freie Kapazitäten und auch tiefergehende Kompetenzen in diesem Aufgabenbereich? Selbst Ihrem Vorgesetzten gegenüber sollten Sie lernen, standhaft zu bleiben und nicht alles anzunehmen. Auch Ihr Chef muss Prioritäten setzen und die Auslastung der Mitarbeiter einschätzen können.