Einstellungsbereitschaft deutscher Unternehmen Anfang 2018

Jedes Quartal fragt die ManpowerGroup über 1.000 Arbeitgeber aus verschiedenen Branchen und Regionen in Deutschland: Welche Veränderungen der Beschäftigungslage erwarten Sie in Ihrem Unternehmen in den nächsten drei Monaten? Seit über 50 Jahren lassen sich die Prognosen im Nachhinein bestätigen. Ein guter Grund, einen Blick auf die aktuellen Aussichten zu werfen.

 

  • 10 % der deutschen Arbeitgeber planen Einstellungen
  • Energieversorger mit dem höchsten Wert seit dem ersten Quartal 2011
  • München hängt Frankfurt bei der Einstellungserwartung ab

Die Bereitschaft der deutschen Arbeitgeber für Neueinstellungen bleibt auch Anfang des neuen Jahres stabil. 10 Prozent aller befragten Unternehmen planen in den Monaten Januar bis März 2018 mit neuen Arbeitskräften. Das ist eine Verringerung um drei Prozentpunkte zum letzten Quartal 2017. Dennoch ist trotz des Winters der Ausblick der mehr als 1.000 befragten Arbeitgeber in Deutschland in vielen Branchen ausgesprochen positiv. „Die gute wirtschaftliche Lage, besonders bei den privaten Haushalten, hilft vielen Branchen über die sonst so trüben Arbeitsmarktzahlen im Winter. Davon profitieren der Einzelhandel und die Versorgungsbetriebe sowie das Handwerk mit einem kräftigen Zuwachs. Viele private Haushalte modernisieren, erneuern oder investieren, zum Beispiel mit öffentlichen Mitteln der KfW-Bank. Das kommt dann direkt im Handwerk an“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.


Im Handel verbesserte sich der Ausblick im Vergleich zum letzten Quartal um gleich 13 Prozentpunkte. Dieser Wert wird von den Versorgungsbetrieben im Bereich Gas,
Wasser und Elektrizität noch übertroffen: Hier stieg der Netto-Beschäftigungsausblick um 14 Prozentpunkte.

Damit sind Arbeitgeber bei den Versorgern diejenigen mit dem positivsten Ausblick in das neue Geschäftsjahr. Das Ergebnis ist zugleich der höchste Wert dieser Branche seit sieben Jahren.


Die Studienergebnisse kompakt als Infografik und Video

 

Unterschiede nach Unternehmensgröße

92 Prozent der deutschen Großunternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern wollen auch im ersten Quartal 2018 wachsen oder planen keine Entlassungen. Fast jedes dritte Unternehmen ist dabei auf der Suche nach neuen Arbeitskräften, um im ersten Quartal 2018 einzustellen.

Der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick beträgt bei den großen Unternehmen +32 Prozent. Er liegt damit sechs Prozentpunkte unter dem Wert aus dem letzten Quartal.

Dennoch zeigt dieser nach wie vor sehr hohe Wert, dass in vielen Unternehmen neue Mitarbeiter händeringend gesucht werden. „Beispielsweise sind in den Unternehmen 55.000 Stellen für IT-Spezialisten nicht besetzt “, sagt Brune. „Wir stehen in vielen Bereichen erst am Anfang der Digitalisierung. Das bedeutet, die Suche nach geeigneten Fachkräften steht in vielen Unternehmen weiter im Fokus." 

Auch Arbeitgeber im deutschen Mittelstand sind weiter optimistisch. 91 Prozent aller mittelständischen Unternehmen wollen neue Mitarbeiter einstellen oder haben keine Entlassungen geplant. Gegenüber dem vorherigen Quartal steigt dieser Wert um 3 Prozentpunkte. Bei den kleinen Unternehmen ist der Wert des saisonbereinigten Netto-Beschäftigungsausblickes um 3 Prozentpunkte gefallen aufeinen vorsichtig-optimistischen Wert von +7.

Handel stoppt den Abwärtstrend – Versorger mit den höchsten Zuwächsen seit 2011

Der große Gewinner unter den neun untersuchten Branchen kommt aus dem Bereich Versorgung, Gas, Wasser und Elektrizität. Mit einem saisonbereinigtem Netto-Beschäftigungsausblick von +15 Prozent erzielt diese Branche ihren besten Wert seit dem letzten Quartal 2010.

Auch Arbeitgeber aus Handel und Gastgewerbe gehen sehr optimistisch in das erste Quartal. Dabei ist nicht die Bereitschaft zu Neueinstellungen gestiegen,sondern viel weniger Unternehmen planen Entlassungen im ersten Quartal 2018 als in vergleichbaren Quartalen. 

Im Bereich der Finanzwirtschaft, der Immobilien, Versicherungen und Unternehmensdienstleistungen erreicht der Netto-Beschäftigungsausblick eine Wert von +10 Prozent. Er geht um 3 Prozentpunkte leicht zurück.

München überholt Frankfurt im Ranking der Städte

München überholte mit einem Netto-Beschäftigungsindex von +12 Prozent im ersten Quartal die Finanzmetropole Frankfurt am Main (+11 Prozent). Wollte im letzten Quartal 2017 noch jedes sechste Unternehmen in Frankfurt neue Mitarbeiter einstellen, sind es jetzt nur noch 10 Prozent der befragten Arbeitgeber, die Neueinstellungen planen. Auffällig negativ hat sich der Netto-Beschäftigungsausblick für Hamburg für das nächste Quartal entwickelt. Er sinkt im Vergleich zum vorherigen Quartal um 17 Prozentpunkte.

Arbeitgeber in Berlin schauen etwas positiver nach vorne. Mit einem Plus von einem Prozentpunkt gehen sie mit einem Netto-Beschäftigungsausblick von +8 Prozent in das neue Jahr. Auch Arbeitnehmer in der Industrie– und Dienstleistungsregion Ruhrgebiet haben Grund zur Freude. Hier sehen die befragten Unternehmen Potenzial für neue Arbeitsplätze, der Wert steigt um 10 Prozentpunkte an. Abgehängt in der guten Konjunktur wird erneut der Osten Deutschlands. Nur noch jeder zwanzigste Arbeitgeber hat für das erste Quartal 2018 Einstellungspläne.

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