Fachkräfte aus dem Ausland – wozu dient die „Blue Card“?

Pro Jahr werden in Deutschland zwischen 276.000 und 491.000 Einwanderer aus Nicht-EU-Staaten benötigt, schätzt die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie. Doch Fachkräfte von außerhalb der EU meiden Deutschland. Trotz großer Erleichterungen beim Zuwanderungsrecht kommen kaum Facharbeiter außerhalb der EU zum Arbeiten nach Deutschland. Dabei werden zusätzliche hochqualifizierte Arbeitskräfte dringend gebraucht, zum Beispiel Ärzte und Ingenieure. Doch was benötigen solche Zuwanderer eigentlich, wenn sie in Deutschland arbeiten möchten?

Blue Card

Formale Voraussetzung ist die so genannte Blaue Karte EU (Englisch: EU Blue Card). Sie dient als Nachweis dafür, dass sich Ausländer aus Staaten außerhalb der Europäischen Union legal in der EU aufhalten dürfen, um dort in einem qualifizierten Beruf zu arbeiten. Zuwanderer zum Beispiel aus Indien oder China, aus den USA, aus südamerikanischen oder afrikanischen Ländern, aber auch aus europäischen Nicht-EU-Ländern wie Serbien oder Albanien haben also Anrecht auf die Blaue Karte als Aufenthaltserlaubnis. Die Blue Card ist für fast alle EU-Länder erhältlich, allerdings nicht für Großbritannien, Irland und Dänemark. Sie gilt außerdem nur für eine begrenzte Zeit, maximal für vier Jahre.

 

Wer hat Anspruch?

 

Wer eine Blue Card für Deutschland beantragen möchte, benötigt einen Hochschulabschluss. Ausländische Abschlüsse müssen in Deutschland anerkannt oder zumindest mit einem deutschen Hochschulabschluss vergleichbar sein. Auskunft hierzu erteilt die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB).

 

Die Antragsteller müssen außerdem nachweisen, dass sie entweder bereits einen ihren Qualifikationen entsprechenden Arbeitsplatz in Deutschland haben oder dass es ein konkretes Jobangebot gibt. Das Bruttogehalt muss dabei mindestens 47.600 Euro im Jahr betragen, beziehungsweise 37.128 Euro in Mangelberufen, wo besonders dringend Personal gesucht wird. Zu letzteren zählen beispielsweise Naturwissenschaftler, Ingenieure, Ärzte und IT-Fachkräfte.

 

Welche Rechte haben Blue-Card-Inhaber noch?

 

Die Ehepartner und Kinder von Blue-Card-Inhabern dürfen ebenfalls in Deutschland leben. Die Ehegatten haben zudem sofort das uneingeschränkte Recht, ebenfalls in Deutschland zu arbeiten. Nach anderthalb Jahren Besitz einer Blue Card kann der Inhaber innerhalb der EU ohne ein weiteres Visum auch das Land wechseln. Beispielsweise von Deutschland in die Niederlande, im neuen Land die entsprechende Blue Card beantragen und dort arbeiten. Wer mit Blue Card mindestens 21 Monate in Deutschland einer qualifizierten Beschäftigung nachgegangen ist und über Deutschkenntnisse auf B1-Niveau verfügt, hat schließlich das Recht, sich dauerhaft in Deutschland niederzulassen.

 

Wo wird die Blue Card beantragt?

 

Die Blue Card wird nach der Einreise in Deutschland und der Anmeldung des Wohnsitzes bei der zuständigen Ausländerbehörde der Stadt oder des Landkreises beantragt. Um überhaupt einreisen zu dürfen, wird in den meisten Fällen zunächst ein Visum benötigt.

Weitere Infos: http://www.bluecard-eu.de/, http://www.make-it-in-germany.com/ 

 

Link-Tipps:

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Infos zur EU Blue Card für Deutschland