I want YOU to lead this team - Manager dringend gesucht

Sie führen Teams, verhandeln mit Stakeholdern und retten vielleicht nicht die Welt, aber zumindest die Unternehmensbilanz: Manager. Doch Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, Top-Führungspositionen und Vertriebsleiterstellen mit geeigneten Kandidaten zu besetzen. Woran liegt das? Und: Welche Skills werden bei Führungskräften in Zukunft gesucht? Wir haben bei Executive Headhuntern aus dem Experteer-Netzwerk nachgefragt.

 

Autorin: Susanne Schlossbauer, Experteer

Manager, Experte, Fachkraft, Business

Warum sind Führungspositionen so schwer zu besetzen?

Wenn man die zur Auswahl stehenden Kandidaten für offene Positionen in drei Worten beschreiben müsste, würde das in etwa so klingen: Zu wenige, unausreichend qualifiziert und zu teuer. Diese Gründe für Rekrutierungsschwierigkeiten hat die aktuelle ManpowerGroup Studie Fachkräftemangel von 2016 identifiziert. Am schlimmsten ist der Engpass bei den Spezialisten, doch auch Top-Manager werden händeringend gesucht:

 

„Führungskräfte brauchen eher ein breitbandiges Wissen als Fachexpertise“, sagt Headhunter Dr. Thomas K. Heiden. Und gerade dieses breite Wissen fehlt vielen Bewerbern. „Natürlich ist der Aufstieg in eine Führungsrolle für viele Bewerber ein attraktiver Karriere-Sprung“, ergänzt Heiden. Helfen interne Beförderungen also dabei, den Führungskräftemangel zu lösen?


„Ich bin dann mal Manager“: Können interne Beförderungen dem Führungskräftemangel entgegenwirken?

Gerade der plötzliche Karrieresprung in eine Führungsrolle kann im Vertrieb zu echten Problemen führen – denn hier entsteht oft ein Ungleichgewicht zwischen Fachwissen und Führungsexpertise. „Moderne Vertriebsleiter müssen den Spagat zwischen operativem Sales und professionellem Vertriebs-Management beherrschen. Verkäufer, die aufgrund ihrer Vertriebserfolge in eine Leitungsposition kommen, sind damit oft überfordert“, weiß Experte Christopher Funk. „Star-Verkäufer, die gleichzeitig hervorragende Führungskräfte abgeben, sind eine Ausnahmeerscheinung. Auch im Fußball gibt es schließlich nur eine Handvoll Top-Spieler, die es zum Top-Trainer gebracht haben“, gibt Funk zu bedenken.


Problematisch sei auch, wenn Manager im Sales sich nicht von ihren früheren Rollen als Top-Verkäufer verabschieden mögen. „Damit nehmen sie ihren Mitarbeitern im Feld die Kompetenz“, so Funk. Fachwissen ist schön und gut, doch als Führungskraft werden andere Kompetenzen gefordert. Interne Schulungen und ein gezielter Ausbau der Leadership Skills vielversprechender Mitarbeiter könnten also ein erster Schritt sein, um das Problem des Führungskräftemangels zu lösen.

Dr. Thomas K. Heiden

Christopher Funk

Teamspirit, Integrität, Menschenkenntnis: Diese Skills müssen geschult werden

Eine gute Führungskraft steht und fällt mit ihrer sozialen Kompetenz – und genau darauf muss der Fokus bei Trainings und Weiterbildungen gelegt werden. „Manager müssen in der Lage sein, die richtigen Mitarbeiter an Bord zu holen, sie zu motivieren und ihre Teams zu Höchstleistungen anzuspornen“, so Headhunter Dr. Heiden. Denn dass Erfolge heutzutage meist im Team erreicht werden, da ist sich der Personalberater sicher. „Es liegt also an der Führungskraft, das Team richtig aufzustellen und jedem Mitarbeiter die passende Rolle zuzuweisen.“ Dazu gehört eine gute Portion Menschenkenntnis. Und Integrität. Denn Mitarbeiter folgen einer Führungskraft nur dann bereitwillig, wenn sie ihr vertrauen, sie respektieren und das Gefühl haben, ein wertgeschätzter Teil des Teams zu sein.

„Die klassischen Leadership Skills und Tugenden sind gefragter denn je“, bestätigt auch Christopher Funk. Auch er weiß, wie wichtig es für Manager ist, ihr Team richtig zu organisieren. „Speziell im Vertriebsumfeld kommen die Herausforderungen in immer transparenteren Märkten hinzu. Für Manager wird es in Zukunft weniger darum gehen, „Sales-Stars“ zu züchten, als einen System-Vertrieb mit klaren Strukturen, Prozessen und modernsten Tools zu etablieren.“

Zudem ist der richtige Drive eine entscheidende Eigenschaft erfolgreicher Führungskräfte – kaum etwas motiviert schließlich mehr als vorgelebtes Engagement. Diese Eigenschaft lässt sich nicht unbedingt nachträglich erlernen, doch für junge High-Potentials heißt es: Es ist gar nicht so schwer, die richtigen Signale zu senden. „Anwärter auf Führungsrollen sollten in ihrem Leben mindestens einmal gezeigt haben, dass sie eine Sache langfristig und Widerständen zum Trotz erfolgreich durchgezogen haben“, sagt Dr. Thomas K. Heiden. Beispielhaft dafür sind Karrieren im Sport oder soziales Engagement – etwa neben dem Studium. Auch mit Fleiß und Disziplin lasse sich heute noch punkten, „selbst wenn das ein bisschen nach preußischen Tugenden klingt“, fügt Heiden an. Denn ein Grundsatz für eine gelungene Karriere bleibt bestehen: „Erfolge sind zu 5 Prozent Inspiration und zu 95 Transpiration.“