Industrie 4.0 - Teil 2: Digitale Industrie kommt nicht einfach aus dem 3D-Drucker

Internet der Dinge - Industrie 4.0

Ein Artikel von Ron Meyknecht 


Maschinen arbeiten immer vernetzter, sprechen miteinander und denken mit. Im Privaten reden wir vom Internet der Dinge, in der Produktion lautet das Buzzword Industrie 4.0. Deutschland und die EU wollen bei dieser vierten industriellen Revolution eine führende Rolle spielen. Anders als beim Internet sollen diesmal nicht die Wettbewerber aus dem Silicon Valley den Ton angeben. Doch digitale Betriebe lassen sich nicht einfach per 3D-Drucker aufbauen. Dafür braucht es auch geschulte                                                                           Mitarbeiter der Stufe 4.0.

 

Und die sind derzeit knapp. Fakt ist, der Arbeitsmarkt ist nicht ausreichend vorbereitet. Nur ein Drittel der Unternehmen in Deutschland denkt, dass es für den Übergang zur digitalen Fertigung genügend Fachkräfte im eigenen Land gibt, was noch zu einem gravierenden Problem werden könnte. Das ergibt eine Umfrage des IT-Dienstleisters CSC unter 900 Entscheidungsträgern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

IT-Abteilungen gehen voran

Industrie 4.0 droht damit, an der der fehlenden Qualifizierung der Menschen zu scheitern. Aktuell plant nicht einmal jeder vierte Betrieb Aus- und Weiterbildungsprogramme zum Thema Industrie 4.0. Zugpferde sind die IT-Abteilungen. Die Verantwortlichen dort engagieren sich am stärksten dafür, ihre Teams auf den neuesten Stand zu bringen. Sie qualifizieren ihre Spezialisten, um IT-Systeme sicherer zu machen, Daten in Clouds abzuspeichern und auf Smartphones und den Zugriff über Smartphones und Tablets zu ermöglichen. Das zeigt der sogenannte „Global CIO Survey“.

 

Doch damit ist es nicht getan: Man muss jeden Arbeiter im Betrieb weiterbilden. Für Personaler gilt es zudem, die Jobprofile auf Fachkräfte 4.0 zu trimmen. Denn die Anforderungen an die Arbeit in Betrieben verändern sich. Die IT-Experten in den Schaltzentralen und die Kollegen am Band arbeiten künftig noch enger zusammen. Programmierer müssen deshalb auch die Fertigungsprozesse verstehen, um sie in Software abzubilden. Umgekehrt muss der Ingenieur oder Facharbeiter mehr über die digitale Vernetzung von Maschinen wissen und die richtigen Knöpfe drücken können.

Gute Karten für Fachkräfte

Jobsuchende, die auf den Industrie-4.0-Zug aufspringen wollen, haben gute Aussichten. Es warten in den Betrieben der vierten industriellen Revolution spannende Aufgaben. Wer sich Industrie 4.0 live anschauen möchte, fährt beispielsweise ins Siemens-Elektronikwerk in Amberg. Der Standort gilt als zentrales Beispiel für das Geschäftsfeld „Digitale Fabrik“. Siemens entwickelt hier Technik, mit der Maschinen und Anlagen automatisiert Produkte und Werkstoffe fertigen sollen. Abnehmer sind unter anderem die Automobilkonzerne und Werften. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ sich einen Rundgang ebenfalls nicht nehmen. Ein weiteres Aushängeschild ist Bosch Software Innovations. Wer dort arbeitet, entwickelt Konzepte und Software für das Internet der Dinge. Branchenschwerpunkte sind Industrie, Mobilität, Energie und Smart Home. Die Software des Unternehmens steuert digitale Fertigungsanlagen und Kraftwerke, in denen mit erneuerbaren Energien Strom erzeugt wird.

 

Was ein Ingenieur oder IT-Experte im Industrie-4.0-Zeitalter können muss und welche Arbeitgeber Kandidaten suchen, erfährt man beispielsweise bei Experis.