IT-Freiberufler im Gespräch: Mein Weg in die Selbstständigkeit

Selbstständig = selbst + ständig! So die vorherrschende Meinung. Dabei bietet die Arbeit als Freelancer, also freiberuflicher IT-Experte viele Vorteile. Wir haben uns einmal mit einem solchen Freelancer unterhalten: Gonne Martens ist 46 Jahre alt und plaudert für uns aus dem Nähkästchen.

Gonne, was genau ist deine Berufsbezeichnung?

Ich bin Softwareentwickler, Softwarearchitekt oder auch Cloud Software Developer. Mein Spezialgebiet ist die Backend-Entwicklung auf Basis der Java-Plattform.

Für welches Projekt arbeitest Du gerade und was machst Du da genau?

Zurzeit arbeite ich für einen Kunden aus der Energiebranche im Bereich Energiehandel. Das Projekt bezieht sich auf ein System, das diverse Marktdaten sammelt. Diese Daten dienen den am Handel beteiligten Abteilungen dann als Entscheidungsgrundlage. Aktuell arbeite ich daran, dieses System für den Umzug in die Cloud vorzubereiten.

Du warst lange Zeit in einer festen Anstellung. Warum bist Du Freelancer geworden?

Bei meiner letzten Stelle hatten mir die Ziele der Geschäftsführung und der Umgang mit den Mitarbeitern schon länger nicht mehr gefallen. Als dann meine Anstellung wegen einer Betriebsschließung beendet wurde, habe ich dies als Gelegenheit gesehen, zusammen mit zwei Kollegen den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Wie schwer war der Umstieg von der Festanstellung zur Selbstständigkeit?

Da wir zu dritt waren, fiel es mir leichter, mich mit den vielen neuen administrativen Tätigkeiten auseinanderzusetzen. Außerdem können wir uns jederzeit über auftauchende Probleme austauschen.

Hast Du den Schritt schon mal bereut?

Nein! Bisher vermisse ich die Festanstellung nicht, da ich weiß, wofür ich arbeite.

Wie kommst Du an neue Projekte heran? Ist die Akquise von neuen Aufträgen schwer?

Ich habe mich bei ein paar etablierten Projektbörsen registriert und obwohl ich aktuell nicht aktiv auf der Suche bin, bekomme regelmäßig Anfragen.

Thema Work-Live-Balance: Als Freelancer besser oder schlechter?

Meine Work-Live-Balance ist auf jeden Fall seit meiner Selbstständigkeit besser. Meine Familie und ich genießen es, dass ich mir meine Arbeitszeiten flexibel einteilen kann und auch zwischendurch mal Zeit für private Termine oder eine spontane Sporteinheit habe.

Du bist Dein eigener Unternehmer. Was hat das für Umstellungen gebracht?

Als Selbstständiger muss ich zum Beispiel keine Urlaubstage zählen, sondern mir stattdessen überlegen, wieviel Geld ich zur Verfügung haben möchte. Außerdem kann ich selbst entscheiden, welche Tätigkeiten ich wahrnehmen möchte.

Könnest Du Dir vorstellen, Dich als Freelancer auch von externen vermitteln zu lassen?

Meine Erfahrung ist bisher, dass man im IT-Bereich ausschließlich über externe Vermittler an Projekte gelangt. Deshalb also: Ja.

Meine letzte Frage betrifft das Thema Geld: Hast Du Dich verbessert oder verschlechtert?

In meiner Konstellation habe ich mich finanziell nicht wesentlich verbessert. Aber das war auch gar nicht das primäre Ziel.