Karriere im Ausland

Im Mai 2014 haben wir im JOBlog einen Erfahrungsbericht von einem Kandidaten veröffentlicht, der mit Hilfe von Manpower einen Job in Irland antreten konnte, siehe den Bericht von der grünen Insel. Heute kommt ein neues Beispiel aus der Reihe Karriere im Ausland: ein Erfahrungsbericht einer Bewerberin, die in Maastricht in den Niederlanden arbeitet und in Belgien lebt. Maastricht liegt in den südlichen Niederlanden, direkt an der Grenze zu Belgien und etwa 40 Kilometer westlich von Aachen. Die Kandidatin fand dort einen Job mit Hilfe der Manpower Auslandsvermittlung.

 

 

Maastricht

Für die Karriere nach Maastricht: „Wenn es frittiert ist, ist es gut“

 

Als die Zusage kam…

… hat mich das riesig gefreut und schon ein klein wenig stolz gemacht. Eine solche Chance hätte ich mir ein paar Wochen vorher noch nicht mal ansatzweise auszumalen gewagt. Aufgrund der Kurzfristigkeit (knapp ein Monat bis zum Start) kreisten meine Gedanken sofort darum, was alles zu organisieren ist, um ein paar Wochen später meinen Job in den Niederlanden anzutreten. Außerdem wägte ich nochmal ab, ob der Weg ins Ausland generell der richtige Schritt für mich sei. 

Die Entscheidung war aber schnell getroffen, da meine neue Arbeit zwar im Ausland, aber trotzdem näher bei meiner Familie und einigen Freunden liegt als mein bisheriger Wohnort Berlin. Zudem ist der Name meines neuen Arbeitgebers ist ein besonderer, der sich auf jedem Lebenslauf sehen lassen kann. 

Es ist zwar schwer, manche Freunde nicht mehr regelmäßig zu sehen und sich an ein neues Umfeld in einem Land zu gewöhnen, dessen Sprache man zunächst nicht einmal spricht. Aber es ist auch ein Abenteuer und eine große Herausforderung, auf die ich mich sehr gefreut und der ich mich gern gestellt habe.

Kurz bevor es losging…

...fühlte ich mich konfus, leicht traurig, aber auch freudig aufgeregt. Erstmal musste ich sortieren, welches Gepäck sofort mit musste und was später nachgeholt werden konnte. Mit Mitbewohner schenkte mir zum Beispiel einen kleinen Plüschhund, damit ich dort die erste Zeit nicht so alleine bin. Viele Dinge, die ich mit meinen Freunden und der Zeit in Berlin verbinde, kamen erst mit dem richtigen Umzug hinterher.

Ich musste außerdem eine internationale Geburtsurkunde besorgen, mich beim Arbeitsamt abmelden und mein WG-Zimmer kündigen. Außerdem musste ich mich beim Rathaus abmelden, meine Versicherungen und den Mobilfunkvertrag kündigen (ging problem- und fristlos mit der Abmeldebestätigung). Auch die wichtigsten ärztlichen Untersuchungen hab ich noch machen lassen. Es ist natürlich eine ganz schöne Rennerei, aber ich war mir sicher: Der Aufwand wird sich lohnen! 

Sechs Wochen nach meiner Ankunft…

…habe ich mit der Sprache schon deutliche Fortschritte gemacht. Niederländisch ist relativ leicht zu lesen und zu verstehen, wenn auch nicht ganz so einfach zu sprechen. Nach wenigen Wochen versteht man halbwegs, was das Gegenüber möchte. So fällt es einem nicht so schwer, am kulturellen Treiben teilzunehmen und nicht ganz als Außenseiter dazustehen. Zumal die Menschen hier freundlich, hilfsbereit, offen und sehr herzlich sind. Man findet schnell Anschluss und neue Freundschaften. Das macht gerade die erste Zeit um vieles einfacher.

Maastricht ist eine schöne Stadt mit vielen Freizeitangeboten und Sehenswürdigkeiten. Ich habe schon einige Orte ausgemacht, die wirklich schön sind. Sehr gerne bin ich zum Beispiel bei einem kleinen, öffentlichen Zoo im Park, wo morgens ganz Maastricht die Ziegen füttert. Zur Kultur gehören natürlich auch die regionalen Speisen, die gewöhnungsbedürftig sein können. Als Faustregel gilt: Wenn es frittiert ist, ist es gut. Wenn du Mayo und Curryketchup dazu hast, noch besser!

Mit den Preisen in Maastricht kommt man gut zurecht. Die Miete ist vergleichbar mit Berlin Kreuzberg/Prenzlauer Berg/Mitte. Da die Mehrwertsteuer in den Niederlanden höher ist, wirkt sich das auch auf die Lebensmittel aus. Aber die Discounter sind auch hier günstig. Drogerieartikel – insbesondere Haarfarbe – sind in Maastricht teurer, aber die deutsche Grenze ist ja nicht weit. 

Das Organisatorische (zum Beispiel Anmeldung auf dem Rathaus, Bankkonto, Mobilfunkvertrag) geht in den Niederlanden relativ zügig und unbürokratisch vonstatten. Dann fand ich aber eine schöne Wohnung in Belgien, nur 50 Meter hinter der Grenze. Das machte es leider ein wenig komplizierter, denn die Anmeldung in Belgien erfordert mehr Geduld und Papierkram. Neben drei Passbildern benötigte ich eine Bestätigung von der niederländischen Krankenkasse, diverse Arbeitgeberbescheinigungen und auch Nachweise vom Vermieter. 

An meinem Job gefällt mir, dass hier so viele Menschen unterschiedlichster Nationen gemeinsam an einem Strang ziehen. Außerdem habe ich noch nie eine so hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber erlebt. Als „alter Hase“ in Sachen Kundenbetreuung beeindruckt mich auch, dass es eine eigene Trainingsabteilung gibt, die für ihre Mitarbeiter speziell zugeschnittene Trainings entwirft. 

Mein Fazit…

…lautet: Wenn ihr auswandern wollt, dann tut es, ohne lange über Pros und Contras nachzudenken. Es ist eine sehr gute Gelegenheit, in meinem Fall nicht allzu fern der Heimat, Auslandserfahrung zu sammeln, dabei gutes Geld zu verdienen und nebenbei a) eine neue Sprache zu lernen und b) Englisch und Französisch intensiv zu nutzen. Es muss ja nicht für immer sein, aber es ist eine schöne Erfahrung, die sicher auch dem nächsten Arbeitgeber im Lebenslauf gefallen wird.

Anmerkung der Redaktion: Wenn auch Sie Interesse haben, im Ausland zu arbeiten, wenden Sie sich gerne an unsere Kolleginnen und Kollegen der Auslandsvermittlung bts(at)manpower.de oder besuchen Sie den Facebook Auftritt von Borderless Talent Solutions