Lebensretter und Beifahrer: Diese fünf KI-Start-ups sollten Sie kennen

Ob Siri, Amazon Echo oder der Sprachassistent von Google: Künstliche Intelligenz ist heutzutage aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Auch in der Gründerszene gibt es immer mehr Start-ups, die Künstliche Intelligenz als gewinnbringendes Geschäftsmodell einsetzen möchten. Wir zeigen fünf vielversprechende KI-Start-ups aus dem deutschsprachigen Raum.

KI: Ein Wirtschaftsmotor

Laut des „Artificial Intelligence: The Next Digital Frontier“-Reports der Unternehmensberatung McKinsey wurden im Jahr 2016 weltweit rund 39 Milliarden US-Dollar in Künstliche Intelligenz investiert, was eine Verdreifachung der Summe im Vergleich zu 2013 bedeutet. Und auch für die deutsche Industrie könnte die Künstliche Intelligenz zum Wachstumsmotor werden, wie eine weitere McKinsey-Studie zeigt. Demnach könnte das Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz bis 2030 vier Prozent höher liegen als ohne den Gebrauch von KI. Mehr als die Hälfte der deutschen KI-Firmen sitzt dabei in Berlin, gefolgt von München, Hamburg und Frankfurt am Main. Am 16. März 2018 haben sich in München 24 Unternehmen aus der deutschen KI-Branche im „Bundesverband Künstliche Intelligenz“ zusammengeschlossen, der zukünftig als Sprachrohr der Branche dienen soll.

Digitales Frühwarnsystem Xbird soll Leben retten

„Wir werden bis 2020 eine Million Leben retten“, verspricht das Berliner Start-up Xbird auf seiner Homepage. Wie das funktionieren soll? Mit Hilfe von Sensoren, die in Smartphones und Wearables eingebaut sind, werden die Bewegungsdaten der Träger gesammelt und gespeichert. Auf Grundlage dieser Daten sollen verschiedene Krankheitssymptome und Risikofaktoren durch Technologien wie Machine Learning und KI frühzeitig erkannt werden. So kann das Programm beispielsweise Diabetikern helfen, eine Unterzuckerung zu erkennen und den Patienten frühzeitig zu warnen – und die Person sogar direkt zum Arzt schicken. Diese Früherkennung soll zukünftig aber für viele unterschiedliche Krankheitsbilder möglich sein.

Neue Chat- und Sprachmöglichkeiten für Unternehmen

Das Düsseldorfer Unternehmen Cognigy hat die Software COGNIGY.AI entwickelt, mit der Unternehmen über diverse Kanäle, wie zum Beispiel Chatbots, Sprachassistenten, Websites oder Virtual Reality-Anwendungen, mit ihren Kunden interagieren können. Das Besondere an der Software ist, dass sie verschiedene Gesprächsbausteine verknüpfen kann und dadurch in der Lage ist, einen natürlichen Dialog zu führen, statt lediglich einzelne Fragen zu beantworten. So können Unternehmen ihren bereits existierenden Apps und Webseiten neue Chat- und Sprachmöglichkeiten hinzufügen. Zum Kundenkreis zählen bislang schon große Unternehmen wie Henkel oder Oetker. In diesem Jahr möchte das Unternehmen dank einer Millionenfinanzierung eines Investors auch in die USA expandieren.

Der digitale Beifahrer

Die Nutzung des Smartphones während der Autofahrt ist nicht nur verboten, sondern mitunter auch lebensgefährlich. Das Berliner Start-up German Autolabs entwickelt mit Hilfe künstlicher Intelligenz ein System namens „Chris“, das dem Fahrer zum richtigen Zeitpunkt die passenden Informationen und Angebote zur Verfügung stellt. Dadurch sollen auch Unfälle vermieden werden, die von abgelenkten Autofahrern verursacht werden. Der digitale Beifahrer erkennt bestimmte Verkehrssituationen und interagiert dementsprechend mit dem Fahrer. Steht das Auto beispielsweise im Stau, liest „Chris“ die neuen Emails vor, fährt es hingegen mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn, schweigt er, um den Fahrer nicht abzulenken. Das System soll per Sprachsteuerung bedient werden, um die Hände jederzeit zum Fahren frei zu haben.

Inspirient ersetzt Datenanalysten

Ebenfalls aus Berlin stammt das Start-up Inspirient. Das Team rund um Gründer Dr. Georg Wittenburg hat sich auf ein großes Thema spezialisiert: Big Data. Das System übernimmt die Auswertung einer schier endlosen Menge an Daten, wofür Unternehmen zuvor tagelang Mitarbeiter abstellen oder externe Datenanalysten beauftragen mussten. Der Algorithmus übernimmt die Auswertung dieser Datenmengen und liefert dem Kunden nach kurzer Zeit Ergebnisse in Form verschiedener Grafiken. Die künstliche Intelligenz weist dabei auf Daten hin, die nicht ins Gesamtbild passen und daher interessant sein könnten oder vermehrte Aufmerksamkeit verdienen. Mit Hilfe von Inspirient konnte beispielsweise die Deutsche Bahn herausfinden, in welchen Orten bestimmte Schäden an ihren Zügen besonders häufig vorkommen.

Cassantec warnt vor möglichen Betriebsstörungen

Das 2007 in Zürich gegründete Start-up Cassantec mit Standort in Berlin unterstützt Ingenieure bei der Vermeidung von Betriebsstörungen ihrer Maschinen. Die Software wendet stochastische Algorithmen an, um wahrscheinlich auftretende Fehler vorherzusagen. Auf diese Weise kann die Software laut eigener Aussage Funktionsfehler mit einer Genauigkeit von 99 Prozent prognostizieren – und das bis zu fünf Jahre im Voraus. Dadurch ermöglicht Cassantec eine vorrausschauende Instandhaltung der Maschinen und Anlagen, bevor diese funktionsunfähig werden und hilft Ingenieuren und Unternehmen viel Geld zu sparen.

Rise of AI-Konferenz in Berlin

Wenn Sie sich als Spezialist für IT oder Ingenieur noch stärker über Künstliche Intelligenz informieren möchten, sollten Sie die „Rise of AI“-Konferenz am 17. Mai 2018 in Berlin besuchen. Die Konferenz findet bereits zum vierten Mal in der Hauptstadt statt und gilt als eine der einflussreichsten AI-Konferenzen in Europa. 40 Redner aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft – darunter auch „Sophia“, der mit künstlicher Intelligenz versehene Roboter von Hanson Robotics – teilen ihr Fachwissen und diskutieren neue Ansätze im Forschungsgebiet der Künstlichen Intelligenz. Die Konferenz ist auf 500 KI-Experten begrenzt, um den Teilnehmenden exklusives Networking zu ermöglichen – warten Sie also nicht zulange! Auf einer Ausstellungsfläche von 1000m2 und über die Networking-App können Sie sich mit Journalisten, Gründern, Investoren und anderen Experten austauschen und vernetzen.