Lernen für's Leben

Schulbildung war im Januar 2015 eines der am heißesten diskutierten Themen in Deutschland. Anstoß gab die 17jährige Kölner Schülerin Naina mit einem prägnanten Tweet: „Ich bin fast 18 und hab keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen. Aber ich kann 'ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Wie sehr sich die Diskussion daraufhin ausbreitete, ist ganz nebenbei ein perfektes Beispiel dafür, wie Social Media funktioniert: Jeder kann, mit etwas Glück, eine gesellschaftliche Debatte auslösen.

 

Schüler beim Lernen

Pflichtfach “Wirtschaft und Beruf” soll auf die Arbeitswelt vorbereiten 


In diesem Fall standen wichtige Fragen im Zentrum wie: Was muss Schule heutzutage vermitteln? Bereitet sie die Jugendlichen ausreichend auf das vor, was danach kommt? Gehört die Vermittlung von Alltagswissen in den Lehrplan oder sollte man es komplett den Eltern überlassen? Und sind Gedichtanalysen wirklich so unwichtig? Auch wenn die Meinungen zu diesem Thema stark auseinander gehen, waren sich die meisten wohl einig: Gut, dass wir darüber sprechen!


Und tatsächlich hat die Diskussion – die ja an sich auch nicht ganz neu ist – bereits zu Veränderungen geführt. Wie sueddeutsche.de berichtet, will nun Baden-Württemberg Vorreiter sein und als erstes Bundesland ab 2016 an allen allgemeinbildenden Schulen ein neues Pflichtfach „Wirtschaft und Beruf“ einführen. Das ist in dieser Form ein Novum. Laut Wirtschaftsminister Nils Schmid soll das Fach Kindern dabei helfen, zu mündigen Wirtschaftsbürgern zu werden.

 

Trennen zwischen Alltag und Beruf

 

Wie der SZ-Artikel ebenfalls erwähnt, fühlen sich nur die Hälfte der Schüler bundesweit gut über die Berufswelt informiert. Deshalb ist es ohne Frage sinnvoll, das Thema in den Lehrplänen stärker als bisher zu verankern – beispielsweise durch ein neues Schulfach wie in Baden-Württemberg. Wenn junge Menschen nach der Schule auf Jobsuche gehen, sollten sie zumindest eine grobe Vorstellung davon haben, wie der Arbeitsmarkt funktioniert und welche Möglichkeiten und Wege ihnen dort offenstehen.


Das hat nichts zu tun mit Alltagswissen, etwa zu Mietverträgen oder Versicherungen, wie es Naina in ihrem Tweet thematisiert. In solchen Fragen bleiben weiterhin die Eltern gefordert. Oder es bleibt den Jugendlichen selbst überlassen, sich in diesen Dingen schlau zu machen, sobald es nötig ist – was oftmals auch völlig ausreicht. Die Chancen des Nachwuchses auf dem Arbeitsmarkt weiter zu verbessern, sollte hingegen schon Aufgabe der Schulen sein.


Bestandteil der besseren Aufklärung der Schüler über ihre Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt sollte auch das Thema Zeitarbeit sein. Denn gerade für Berufsanfänger eignet sich dieses Modell als Brücke in den Arbeitsmarkt. Personaldienstleister wie die ManpowerGroup beraten junge Kandidaten darüber hinaus in allen Fragen zum Thema Bewerbung und bieten außerdem zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten an.