Mut zur Lücke: Der richtige Umgang mit lückenhaften Lebensläufen

Geradlinig, lückenlos, stringent: Viele Arbeitnehmer streben in ihrem Lebenslauf nach genau diesen Attributen. Doch diese Vorstellung ist heutzutage obsolet: Unbefristete Beschäftigungsverhältnisse und jahrelange Betriebszugehörigkeit werden immer mehr zur Ausnahme. Stattdessen nehmen Zeitverträge, freiberufliches Arbeiten und flexible Arbeitsmodelle stetig zu, wie unsere aktuelle NextGen-Umfrage zeigt. Da kann es vorkommen, dass Ihr Lebenslauf bei einer solchen Flexibilität ab und an einige Lücken aufweist. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit solchen Leerstellen elegant umgehen.

Kündigung

Die Kündigung ist eine der häufigsten Ursachen für eine Lücke in Ihrem Lebenslauf. Wichtig zu unterscheiden: War Ihre Entlassung von Ihnen verschuldet oder nicht? Bei unverschuldeten Kündigungen, beispielsweise durch die Insolvenz Ihres Arbeitgebers, sollten Sie dies entsprechend vermerken und gegebenenfalls mit einem Pressebericht oder Ähnlichem belegen. Schließlich lag der Grund für die Kündigung nicht bei Ihnen und Ihren Fähigkeiten. Bei sogenannten selbstverschuldeten Kündigungen sollte es hingegen keine Rolle spielen, was der Grund für die Kündigung gewesen ist. Belassen Sie es bei einer einfachen Formulierung und schieben Sie die Schuld nicht noch nachträglich auf ihre Kollegen oder den Chef.

Längere Phasen der Arbeitslosigkeit

Gestaltet sich die anschließende Suche nach einer neuen Beschäftigung schwieriger als erwartet und die Lücke in Ihrem Lebenslauf wächst unaufhaltsam, sollten Sie dennoch nicht in Panik verfallen. Es gilt: Die richtigen Maßnahmen ergreifen! Füllen Sie die entstandene Lücke mit Leben, indem Sie beispielsweise ein Ehrenamt übernehmen. Eine solche Tätigkeit im Lebenslauf erweist sich oft als entscheidender Hingucker im nächsten Bewerbungsprozess. Auch ein Praktikum oder eine berufliche Weiterbildung vergrößert Ihre potenziellen Karrierechancen. Achten Sie auch auf die Formulierungen in Ihrem Lebenslauf: Sie sind nicht „arbeitslos“, sondern „arbeitssuchend“ oder befinden sich in einer „beruflichen Neuorientierung“. Diese Formulierungen signalisieren Ihre aktive Suche nach neuen Aufgaben.

Keine Scham vor persönlichen Gründen

Es passiert manchmal schneller als man denkt: Eine plötzliche, schwere Krankheit oder ein Pflegefall in der Familie machen in einigen Fällen eine Fortsetzung Ihrer Tätigkeit unmöglich. Scheuen Sie nicht davor zurück, solche Phasen in Ihrem Lebenslauf entsprechend zu benennen. Persönliche Informationen werden immer sensibel behandelt und die Pflege eines Angehörigen zeigt Ihrem Gegenüber, dass Sie in schwierigen Situationen Verantwortung übernommen haben. Auch eine Scheidung oder die Elternzeit können solche Lücken hervorrufen. Vermerken Sie auch in diesen Fällen den Grund für die Leerstelle.

Frische Kraft für neue Aufgaben

Wer jahrelang hart gearbeitet hat, entscheidet sich häufig für eine kleine Auszeit. Das wird auch von vielen Personalverantwortlichen anerkannt. Versuchen Sie daher nicht, Ihre Reise als „Sprachreise“ oder „intellektuellen Auslandsaufenthalt“ zu verkaufen. Stattdessen präsentieren Sie sich aufgrund Ihrer Reise als erholt und gestärkt und bereit, mit voller Kraft neue Aufgaben zu übernehmen.

Die goldene Regel

Es gibt letztendlich für alles eine Erklärung – legen Sie nur transparent offen, wie die Lücken in Ihrem Lebenslauf entstanden sind. Indem Sie zeigen, dass sie ein abwechslungsreiches Leben führen, machen Sie sich zudem interessant für Ihren Gesprächspartner. Eine Regel gilt es aber bei allen Lebensläufen zu befolgen: Nicht lügen! Absichtliche Falschangaben in Ihrer Bewerbung können Sie bei einer Anstellung auch nachträglich noch den Job kosten. Vermeiden Sie also jegliche Unwahrheiten und spielen Sie mit offenen Karten – dann sind die Chancen auf einen neuen Job am größten.