Neu im Chefsessel: So führen Sie Ihr Team richtig

Zum Quartalswechsel kam sie endlich: die lang herbeigesehnte Beförderung. Doch je höher Sie auf der Karriereleiter klettern, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie mit der Zeit auch Führungsverantwortung übernehmen. Das Problem: Wie man ein Team führt, hat Ihnen keiner beigebracht, einen Studiengang namens „Führung“ suchen Sie vergebens. Und bislang hat Ihnen Ihr Chef auch nicht gerade ein Ideal vorgelebt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie es besser machen.

Nichts überstürzen

Aller Anfang ist schwer. Vor Ihrem ersten Arbeitstag in der neuen Rolle haben Sie wahrscheinlich zig Fragen im Kopf. Wie reagieren die alten Kollegen? Welche Philosophie möchten Sie vorgeben? Und wie verschaffen Sie sich den nötigen Respekt? Zunächst einmal gilt: Überstürzen Sie nichts. Sie müssen nicht in der ersten Woche den kompletten Arbeitsalltag auf links drehen und damit Ihre Mitarbeiter vor den Kopf stoßen. Gehen Sie die Sache ruhig an. In den ersten Tagen ist es wichtig, sich den neuen Mitarbeitern vorzustellen. Das kann entweder in persönlichen Gesprächen geschehen oder aber im Rahmen einer kleinen Antrittsansprache vor dem Team. Dort sollten Sie ein paar persönliche Dinge über sich erzählen und erste Hinweise darauf geben, wie Sie sich die Zusammenarbeit vorstellen. Vermeiden Sie Floskeln und fassen Sie sich kurz. Ausschweifende Reden und langatmige Lebensläufe kommen nicht gut an. Wichtig ist in dieser Phase aber auch: Hören Sie gut zu! Denn auch Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen sich an Sie als neue Führungskraft gewöhnen, haben Erwartungen und Wünsche.  

Eigenen Weg finden

Sie sollten Ihren eigenen Weg finden und sich nicht an Ihrem eigenen Vorgesetzten orientieren. Im schlimmsten Fall adaptieren Sie seine schlechten Gepflogenheiten und sind nach wenigen Wochen gleichermaßen unbeliebt. Laut einer Studie der Online-Jobplattform Stepstone in Zusammenarbeit mit der Managementberatung Kienbaum wünschen sich 94 Prozent der Fachkräfte einen transformationalen Führungsstil. Eine solche Führungskraft nimmt ihre Vorbildfunktion überzeugend wahr, vermittelt eine Vision und motiviert die Mitarbeiter. Ebenfalls wünschenswert sind Chefs, die konkrete Ziele formulieren (strategischer Führungsstil) und wertorientiert handeln (ethischer Führungsstil). Beherzigen Sie die Anliegen Ihrer Mitarbeiter. Gleichzeitig ist es wichtig, die eigene Philosophie deutlich zu kommunizieren. Welche Werte sind Ihnen besonders wichtig? Wo ziehen Sie Ihre persönliche Grenze? Machen Sie sich dessen bewusst und verkörpern Sie Ihre Positionen dann nach außen.  

Fordern und fördern

Als Chef geben Sie die Richtung des Teams vor. Wenn die einmal nicht passt und es Kritik vonseiten der Mitarbeiter gibt, sollten Sie diese ernst nehmen. Zu einer Führungskraft gehört es aber auch, unpopuläre Entscheidungen zu verteidigen und festzuhalten. Es geht in Ihrer Position jetzt nicht mehr darum, der beliebteste Kollege oder die nette Kollegin zu sein. Wenn aber doch einmal Fehler passieren, beweist es wahre Größe und stärkt Ihre Glaubwürdigkeit, wenn Sie diese eingestehen und sich entschuldigen. Andersrum sollte es genauso laufen: Geben Sie regelmäßig konstruktives Feedback und gehen Sie Konflikten nicht aus dem Weg. Geben Sie also auch Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Gelegenheit, Fehler wiedergutzumachen. Denn als Chef sind Sie schließlich auch für das Gesamtergebnis verantwortlich. Im Zweifel müssen Sie mehr Leistung einfordern – gleichzeitig aber auch die Stärken der eigenen Mitarbeiter fördern. Die Kunst besteht darin, die Balance zwischen diesen beiden Komponenten zu finden.

Falls Sie die hier vorgestellten Tipps auch in der Praxis vertiefen wollen, finden Sie im Internet zahlreiche Angebote für entsprechende Fortbildungsseminare, beispielsweise von der Industrie- und Handelskammer. Viel Erfolg!