Neue Trends für die Cloud: Worauf Amazon, Microsoft und Google in Zukunft setzen

Cloud Computing zählt mittlerweile zu den wichtigsten Bausteinen innerhalb der Unternehmens-IT. Die Technologie ermöglicht ein hohes Maß an Flexibilität und den einfachen Zugriff auf Server, Datenbanken und Speicher. Aus vielen Unternehmen ist die Cloud nicht mehr wegzudenken – und beinahe täglich kommen neue Funktionen hinzu. Wir stellen Ihnen die aktuellen Entwicklungen und Trends im Bereich des Cloud Computing vor.

Rasantes Wachstum führt zu höheren Speicherkapazitäten

Berechnungen der Analysten von Forrester Research zufolge werden die Umsätze im Public-Cloud-Markt in diesem Jahr auf 178 Milliarden Dollar steigen. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz noch bei 146 Milliarden Dollar. Demnach werden dann mehr als die Hälfte der Unternehmen weltweit mindestens eine Public-Cloud-Plattform nutzen. Dadurch kommt es auch zu einer Erhöhung der Speicherkapazitäten. Experten rechnen hier mit einer Verdopplung von 600 Exabyte (2017) auf 1,1 Zetabyte. Angeführt wird der Markt weiterhin vom Branchenprimus Amazon mit den Amazon Web Services (AWS), die gemessen am Umsatz auf einen Marktanteil von 47 Prozent kommen. Damit verweist der Konzern die beiden Mitbewerber Microsoft Azure (zehn Prozent) und die Google Cloud Platform (vier Prozent) auf die folgenden Plätze.

Künstliche Intelligenz erweitert das Produktportfolio

Ein Thema könnte dabei allerdings die Karten zumindest ansatzweise neu mischen: Künstliche Intelligenz (KI). „Amazon und co. arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Cloud-Plattformen um KI-Anwendungen zu ergänzen und bestehende Services dahingehend zu erweitern“, sagt Sonja Pierer, Geschäftsführerin der Experis GmbH, und fügt hinzu: „Spannend ist daher die Frage, ob sich in Anbetracht dessen die bestehenden Kräfteverhältnisse neu sortieren.“ Google investierte bislang knapp vier Milliarden US-Dollar in Künstliche Intelligenz und damit deutlich mehr als die Konkurrenten Amazon (871 Millionen) und Microsoft (690 Millionen). Außerdem gilt Googles Open-Source-Programmbibliothek TensorFlow als wichtigste KI-Plattform für Entwickler. Auch öffentlich unterstreicht Sundar Pichai, Vorstandsvorsitzender bei Google, mittlerweile die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz und nennt Google ein „AI-first“-Unternehmen. Doch auch Amazon kündigte auf der re:invent im vergangenen Jahr einige neue AWS-Services, unter anderem im Bereich des Machine Learning, an, wie beispielsweise einen Übersetzungs- oder auch Videoanalyseservice.

Cloud-Plattformen stellen neue Anforderungen an die Sicherheit

In Anbetracht der Tatsache, wie viele hochsensible Daten in den verschiedenen Cloud-Plattformen gespeichert werden, ist es wenig verwunderlich, dass der Schutz dieser Daten ganz oben auf der Agenda der Anbieter steht. Solche Sicherheitssysteme wurden bislang häufig nachträglich in die Plattformen implementiert. Der neue Trend geht jedoch dahin, diese Anwendungen von vornherein in die Plattform zu integrieren. Microsoft nimmt Sicherheit und Datenschutz mit dem Security Development Lifecycle (SDL) in seine Plattform auf, Google bietet unter anderem das Key Management System und die Data Leak Prevention API. Amazons Cognito erkennt verdächtige Anmeldeversuche, der Service GuardDuty soll Konten und Workloads schützen. Auch die empfindlichen Strafen, die bei einem Verstoß gegen die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) drohen, zwingen die Anbieter zum Nachrüsten.

Der Trend geht zu spezialisierten Clouds

Auch Hybrid- und Multi-Clouds werden sich zunehmend am Markt etablieren. Hybrid-Clouds bieten den Kunden Vorteile in puncto Sicherheit sowie Flexibilität und sind besonders für mittelständische Unternehmen interessant. Über Multi-Clouds können die Unternehmen ihre Cloud-Anwendungen auf mehrere Anbieter verteilen und können damit für jeden Prozess den optimalen Cloud-Service verwenden. Damit verringert sich auch die Abhängigkeit von nur einem Anbieter. Die Anbieter der Cloud-Plattformen sind dementsprechend gefordert, ihre Anwendungen für bestimmte Bereiche zu spezialisieren und noch mehr Services anzubieten. Blickt man auf die neuen Services von AWS, zum Beispiel im Bereich der Medien, Entwicklerservices und Verwaltungs-Tools, sind solche Spezialisierungen bereits zu erkennen.