NextGen-Arbeit: Das klassische Angestelltenverhältnis als Auslaufmodell

Die Dynamik auf den Arbeitsmärkten steigt stetig: Im Zuge des demografischen Wandels und technischer Neuerungen ändert sich auch die Nachfrage nach Fähigkeiten und Qualifikationen immer schneller. Zugleich wird das klassische Angestelltenverhältnis zunehmend zum Auslaufmodell. In den letzten zehn bis 15 Jahren waren die größten Stellenzuwächse in den USA im Rahmen von unkonventionellen, alternativen Beschäftigungsformen zu verzeichnen, also Projekt- und Zeitarbeit, Zeitverträge oder freiberufliches Arbeiten. Sie lassen sich zusammenfassend als NextGen-Arbeit bezeichnen – als Arbeitsmodelle der nächsten Generation.

 

Die Gründe hierfür sind vielfältig und individuell, wie die Studie „NextGen: Arbeitsmodelle der Zukunft” zeigt, für die die ManpowerGroup 9.500 Menschen in zwölf Ländern befragt hat.

Die Studienergebnisse kompakt als Infografik

 

Deutlich wird dabei: NextGen-Arbeit ist für die meisten Befragten keineswegs nur ein Notnagel, weil gerade keine traditionelle Angestelltenstelle zu finden ist. Mehr als drei Viertel der Befragten in Deutschland, die in einem NextGen-Arbeitsmodell ihrem Beruf nachgehen, hat sich bewusst dafür entschieden. Nur jeder fünfte Befragte (20 %) gibt an, auf Zeit- und Projektarbeit, Zeitverträge oder freiberufliches Arbeiten zu setzen, weil dies seine einzige Alternative war. 83 Prozent der Menschen, die flexibel arbeiten, möchten das auch in Zukunft tun.

Viele suchen Alternativen zum klassischen Angestelltenverhältnis 

„Viele Menschen entscheiden sich heute bewusst für Alternativen zum klassischen Angestelltenverhältnis, weil sie dadurch mehr Möglichkeiten sehen, sich auszuprobieren oder Arbeitsleben und Familie besser in Einklang zu bringen“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. „Zugleich bietet NextGen-Arbeit die Chance, sich permanent weiterzuentwickeln und so den eigenen Wert auf dem Arbeitsmarkt zu steigern.”


78 Prozent der Menschen, die in flexiblen Arbeitsverhältnissen tätig sind, schätzen daran die Möglichkeit, neue Fähigkeiten zu erwerben. Eine Einstellung, die entscheidend ist für den Arbeitsmarkt der Zukunft. Fortwährende Weiterbildung sorgt für die eigene Beschäftigungssicherheit und auch Erfüllung im Job.
Doch auch Menschen in klassischen Arbeitsverhältnissen erkennen häufig die Vorteile von NextGen-Arbeitsmodellen. 31 Prozent der Befragten sagen, dass diese Modelle aufgrund der Möglichkeit, verschiedene Stellen und Positionen auszuprobieren, für sie attraktiv sind. Knapp jeden Fünften reizen die zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten. Sieben von zehn Festangestellten (71 %) halten es für möglich, dass auch sie sich in naher Zukunft für ein flexibles Arbeitsmodell entscheiden.


„Flexibler zu arbeiten als bisher, entspricht den Bedürfnissen vieler Arbeitnehmer. Die Unternehmen müssen nun die richtigen Voraussetzungen schaffen, um diesen Menschen das zu bieten, was sie wollen. Flexibilität, Verantwortung und Beschäftigungssicherheit schließen einander nicht aus”, sagt Herwarth Brune.  „Im Gegenzug sind Beschäftigte in der Pflicht, gefragte Fähigkeiten und Qualifikationen zu erwerben, mit denen sie auch morgen auf dem Arbeitsmarkt bestehen können.”

Trotz allem hinkt Deutschland hinterher

Trotz der Offenheit vieler Beschäftigter hierzulande für das Thema flexible Arbeitsmodelle ist Deutschland kein Vorreiter auf diesem Gebiet. Im Gegenteil: Zusammen mit den Niederlanden und Japan gehört Deutschland zu den Ländern mit der vergleichsweise geringsten Akzeptanz für flexible Arbeitsmodelle. In anderen Ländern ist es selbstverständlicher, auf Alternativen zum klassischen Angestelltenverhältnis zu setzen.

So zeigt die Studie, dass die Beschäftigten in Schwellenländern am offensten für NextGen Arbeit sind. Vorreiter dieser Entwicklung sind Indien und Mexiko. Dort sind 97 Prozent der Beschäftigten bereit für freiberufliche Beschäftigung, Zeitarbeit oder Unternehmertum.

Hintergrundinformation

Über die Studie “NextGen: Arbeitsmodelle der Zukunft”
Für die Studie befragte die Three Group im Auftrag der ManpowerGroup im Rahmen einer weltweiten quantitativen Studie 9.550 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 65 Jahren aus zwölf Ländern (Australien, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Mexiko, die Niederlande, Spanien, Schweden, Großbritannien und die USA). In Deutschland wurden 795 Personen befragt.