NextGen-Arbeit: Warum wählen Menschen flexible Arbeitsmodelle

Die Lebensphasen ändern sich, und so auch die Ansprüche an die Karriere. 77 % der von uns in Deutschland Befragten würden NextGen-Arbeit in Erwägung ziehen – für ihren nächsten beruflichen Schritt oder generell für ihre Zukunft.

 

Veränderungen in den Lebensstilen und eine alternde Bevölkerung haben zur Folge, dass Menschen länger arbeiten und außerdem andere Menschen länger betreuen müssen, seien es Kinder oder Angehörige. Der technologische Wandel verändert auch den Bedarf an Fähigkeiten und Qualifikationen; die zunehmende Konsumerisierung führt dazu, dass die Menschen mehr Auswahlmöglichkeiten erwarten – beim Kaufen, Verkaufen oder Arbeiten.

Aus diesen Gründen entscheiden sich Menschen für NextGen-Arbeit

 

1. Dem Kontostand etwas Gutes tun

Am häufigsten entscheiden sich Menschen weltweit aufgrund der zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten für NextGen Arbeit: Sie möchten ihr reguläres Einkommen aufstocken und so ihren Handlungsspielraum erweitern. In den Industrieländern verdienten 65 % der Haushalte im Jahr 2014 noch genauso viel wie 2005: Rezession, Automatisierung und niedrige Produktivität drücken auch weiterhin auf das Lohnniveau weltweit. Unter den verschiedenen Generationen sind es die jungen Millennials (18-24), für die NextGen eine zusätzliche Verdienstmöglichkeit darstellt. Jedoch bessern viele Menschen mit NextGen Arbeit ihre Löhne, Ersparnisse oder Renten auf; sie erhoffen sich so die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für die Dinge zu schaffen, die ihnen wirklich wichtig sind. Mit NextGen Arbeit sind sie in der Lage, ihre gefragten Fähigkeiten und Qualifikationen breiter anzubieten und so über gut dotierte Zeit- oder Projektarbeit anständig zu verdienen.

In Deutschland ist der Hauptgrund für NextGen Work ein anderer: 38 % der Befragten geben an, dass sie mit NextGen Work die Zeit bis zur Festanstellung überbrücken möchten.

2. Fähigkeiten und Qualifikationen auf- und ausbauen

Der zweitpopulärste Grund für NextGen Arbeit weltweit besteht im Erwerb neuer Fähigkeiten und Qualifikationen. 78 % der NextGen Berufstätigen in Deutschland sehen in dieser Beschäftigungsform die Chance, sich fortzubilden und dieses neue Wissen anzuwenden. Ob es sich dabei nun um die institutionalisierte, vom Arbeitgeber geförderte berufliche Fortbildung handelt, ob um Weiterbildung am Arbeitsplatz oder einfach um Lernen durch Erfahrung: Arbeit ist für die meisten Menschen auch immer eine Möglichkeit, an ihren Fähigkeiten und Qualifikationen zu arbeiten.

Wir befinden uns inmitten einer „Qualifikation-Revolution“: 40 % aller Arbeitgeber haben große Schwierigkeiten, Stellen mit ausreichend qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen; 65 % aller Berufsbilder, in denen jüngere Millennials (im Alter von 18-24) in Zukunft arbeiten werden, existieren heute noch überhaupt nicht. Daher ist der Erwerb von neuen Fähigkeiten, Qualifikationen und Erfahrungen auch in Hinblick auf die zukünftige Arbeitsmarktfähigkeit heute wichtiger denn je.

Ältere Millennials (im Alter von 25-34) geben unter allen Altersgruppen am häufigsten an, dass sie NextGen Arbeit nutzen möchten, um ihre Fähigkeiten und Qualifikationen zu entwickeln. Männer legen auf diesen Aspekt etwas öfter Wert als Frauen, die sich häufiger für NextGen entscheiden, um Flexibilität zu gewinnen und neue berufliche Rollen auszuprobieren. Und auch die 19 %, die in NextGen Arbeit ihre einzige Chance auf Berufstätigkeit sehen, werden in der Zukunft von der Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Qualifikationen profitieren: Sie verbessern ihre Arbeitsmarktfähigkeit und damit ihre Zukunftsaussichten.

3. Freie Zeiteinteilung und Autonomie

Die Grenzen zwischen Privatleben und Arbeit verwischen zusehends; daher entscheiden sich Menschen immer häufiger für flexible Arbeitsmodelle, die es ihnen einfacher machen, ihr Leben nach individuellen Wünschen zu führen und zu genießen. 40 % aller Menschen geben an, dass der Zugang zu flexiblen Arbeitsmodellen – insbesondere Gleitzeit und die Möglichkeit von Heimarbeit – für sie zu den drei wichtigsten Faktoren für ihre beruflichen Entscheidungen gehören.

In der Tat hängt die Entscheidung, ob sie überhaupt arbeiten können, für viele Menschen davon ab, wie gut sie ihre Aufgaben in Haushalt und Betreuung mit ihrer Berufstätigkeit vereinbaren können. Männer und Frauen im Alter von 25 bis 39 Jahren entscheiden sich gleich häufig für NextGen Arbeit, weil sie hoffen, so mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu können. Zudem bedeutet eine alternde Bevölkerung, dass auch immer mehr alte Menschen betreut werden müssen; gleichzeitig steigt aber die Zahl der Großeltern, die aktiv an der Erziehung ihrer Enkelkinder teilhaben. In den USA leben 7 Millionen Großeltern in einem Haushalt mit einem oder mehreren Kindern – ein Plus von 22 % seit dem Jahr 2000 – und 40 % von ihnen sind für die Kinder die primären Bezugspersonen.

Fazit

NextGen Arbeit erlaubt es Menschen, das eigene Einkommen kurzfristig aufzustocken, und bietet langfristig die Freiheit, neue berufliche Rollen und Aufgaben zu erproben sowie gesuchte Fähigkeiten und Qualifikationen zu erwerben und so nachhaltig die eigene Arbeitsmarktfähigkeit sicherzustellen. Menschen haben zudem eine größere Autonomie, wenn es darum geht, wo, wann und wie sie arbeiten. Das senkt den beruflichen Stress und bietet eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.