NextGen-Arbeit: Weltweite Trends & rechtliche Rahmen

Unternehmen wie Uber, Foodora, Deliveroo oder UpWork sind die treibenden Kräfte hinter der Gig-Economy* weltweit; sie definieren völlig neu, wie wir arbeiten – von San Francisco bis Sheffield, von Saudi-Arabien bis Sao Paulo. Das größte dieser Unternehmen, Uber, brauchte gerade einmal sechs Jahre vom Startup zum Global Player, der mit mehr als einer Million aktiven Fahrern in über 350 Städten aktiv ist. Ursprünglich wurden diese Plattformen aufgrund der App-gesteuerten Bequemlichkeit von den Konsumenten begeistert begrüßt und auch von den so Beschäftigten gut angenommen: Das Modell versprach größere Freiheit und mehr Chancen auf Auf-Abruf-Beschäftigung. Doch sie haben die traditionellen Arbeitsmärkte in einem Tempo verändert, auf das niemand vorbereitet war.

 

Aufgrund politischer und gesetzgeberischer Hürden musste Uber seit 2009 mehr als 60 Millionen US$ für Rechtsstreitigkeiten ausgeben und hat so neue Arbeit für Anwälte und Gesetzgeber geschaffen. Die Gig-Economy entwickelt sich weiter; das verlangt Rechtssicherheit durch Präzedenzfälle sowie die Überprüfung bestehender Regularien. Dabei stehen essenzielle Fragen im Raum: „Wer schützt die auf diesen Plattformen Beschäftigten?“ – „Sind sie wirklich so unabhängig, wie behauptet wird?“ – „Wer ist eigentlich ihr Arbeitgeber?“

*Gig-Economy: Dahinter verbirgt sich ein Markt für kleine Aufträge, die kurzfristig an eine Vielzahl von unabhängigen Freiberuflern vergeben werden. Gesteuert wird das Zusammenfinden über Online-Plattformen wie etwa UpWork oder MyHammer.

NextGen-Arbeit: Eine positive Zukunft, gebaut auf einem soliden Fundament

Zeitarbeitsagenturen und flexible Beschäftigungsverhältnisse gibt es jetzt seit beinahe 70 Jahren. Die ManpowerGroup gehörte von Anfang an zu den Pionieren in diesem Bereich: Das Unternehmen setzt die höchsten Branchenstandards und versteht sich als vollverantwortlicher Arbeitgeber – vom Personalmanagement bis hin zu Themen wie Arbeitsvertrag, Arbeitsplatzsicherheit oder Sozial- und Lohnnebenleistungen.


Äußerst lehrreich für die Gegenwart ist ein Blick darauf, wie sich diese einstmals alternativen Arbeitsmodelle seit der Nachkriegszeit entwickelt haben – in einer Zeit also, in der es einen Überschuss an weiblichen Fachkräften gab und Manpower Tausende von Frauen (und Männern) in Lohn und Brot gebracht hat.


Heute finden dank der ManpowerGroup jedes Jahr mehr als 3 Millionen Menschen in 80 Ländern eine sinnvolle Beschäftigung. 50 Millionen Menschen weltweit sind insgesamt in Zeitarbeit beschäftigt. In sich rasant ändernden Arbeitsmärkten, in denen sich der Bedarf an Fähigkeiten und Qualifikationen schneller ändert als jemals zuvor, ist das, was unser Unternehmen bieten kann, relevanter und wertvoller als jemals zuvor.

Wir müssen auch weiterhin die Menschen schützen, aber nicht, indem wir die neu entstehenden, alternativen Arbeitsmodelle unterdrücken oder verhindern.

Das globale Phänomen: Wer entscheidet sich für NextGen Arbeit?

NextGen Arbeit ist ein globales Phänomen – und aus Sicht der Beschäftigten eine äußerst positive Entwicklung. Die Offenheit für alternative Arbeitsmodelle unterscheidet sich von Land zu Land –abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, etwa von der Strenge der Arbeitsmarktregularien, der Rolle von Gewerkschaften und Tarifverträgen sowie von der persönlichen Einstellung und Mobilität der Berufstätigen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Länder mit einem großen Anteil jüngerer Arbeitnehmer – insbesondere jüngerer Millennials im Alter zwischen 18 und 24 Jahren – weisen eine höhere durchschnittliche Bereitschaft für NextGen-Arbeit auf.

Die gesamte Infografik finden Sie hier.


Die Beschäftigten in Schwellenländern sind am offensten für NextGen Arbeit: Vorreiter dieser Entwicklung sind Indien und Mexiko. Dort sind 97 % der Beschäftigten bereit für freiberufliche Beschäftigung, Zeitarbeit oder selbstständiges Unternehmertum.

Dicht gefolgt werden diese Länder jedoch von reifen Märkten mit hohen Beschäftigungsquoten. Die USA kennen bereits seit Jahrzehnten den Trend zum Unternehmertum und zum dynamischen Arbeitsplatzwechsel. Gemeinsam mit Großbritannien, Italien und Australien – drei Länder mit ausgesprochen flexiblen Arbeitsmärkten – neigen sie zu einer größeren Offenheit für alternative Arbeitsmodelle, die Arbeitsplätze schaffen und neue Wege in die Beschäftigung eröffnen.

Deutschland, die Niederlande und Japan hingegen sind die Länder, in denen NextGen Arbeit noch am wenigsten akzeptiert ist. Andere Länder freunden sich in der Folge der weltweiten Rezession mit einer Flexibilisierung ihrer Arbeitsmärkte an. Die jüngsten Arbeitsmarktreformen in Spanien zum Beispiel haben die Arbeitskosten gesenkt und die Beschäftigungsflexibilität erhöht. Das hat nicht nur neue Arbeitsplätze geschaffen; das Land weist aktuell das größte Wirtschaftswachstum der Eurozone auf. Italien ist ähnlich reformfreudig. Und der französische Staatspräsident Macron hat die Arbeitsmarktreform zum zentralen Thema seiner politischen, wirtschaftlichen und sozialen Agenden gemacht.

Fazit:

Man sollte diese Entwicklung also gut im Auge behalten: NextGen Arbeit könnte auch weiterhin die Arbeitslosigkeit gerade unter jungen Menschen reduzieren, die Teilhabe am Arbeitsleben erhöhen, den Fachkräftemangel adressieren und die Lücke zwischen Reich und Arm weiter schließen. Nicht nur die Beschäftigten entscheiden sich für NextGen Arbeit – auch Unternehmen und Politiker erkennen allmählich die Vorteile.