Projektmarketing: Sechs Tipps wie die Überzeugungsarbeit gelingt

Die Idee ist gut, der Business Case rechnet sich, die Fachabteilung steht hinter dem Vorhaben. Wie aber bekomme ich die Zustimmung der Geschäftsführung? Wie kommuniziere ich die Veränderungen des Projekts an die Betroffenen? Und wie stelle ich die Ergebnisse am Ende optimal dar? Ein gutes Verständnis für die Möglichkeiten des Projektmarketings hilft Projektmanagern, diese Fragen zu beantworten.

 

Tipps für Projektmarketing- Experis

Projekte sind in der Regel mit hohem Aufwand verbunden und haben oft Veränderungen als Folge. Beteiligt sind dabei Stakeholder mit völlig unterschiedlichen Interessen: Auftraggeber, die ein Budget freigeben, interne Experten und externe Freelancer, die das Projekt als Team durchführen, aber auch Mitarbeiter, die als Projektkunden von den Ergebnissen betroffen sind.

 


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Projektmarketing ist auch ein Stück weit Prävention

Projektmarketing ist also einerseits ein Stück Überzeugungsarbeit, das während jeder Phase des Projekts parallel zu den regulären Projektprozessen notwendig ist. Andererseits ist die fortlaufende Kommunikation mit den Beteiligten aber auch ein Instrument, um negativen Entwicklungen vorzubeugen oder diese professionell zu managen.

Wie aber betreibt man erfolgreiches Projektmarketing? Wichtig ist dabei, dass Projektmarketing-Aktivitäten Aufwand bedeuten. Die entsprechenden Ressourcen sollten als Arbeitspakete Teil des Projektstrukturplans sein. Auch ein Budget für das Projektmarketing muss vorab definiert werden.

Erfolgsrezepte für jede Projektphase

Bei der Umsetzung gibt es je nach Projektphase unterschiedliche Erfolgsrezepte.

Projektstart

  • Zum Projektstart ist es am wichtigsten, Entscheider davon zu überzeugen, dass sie die notwendigen Ressourcen bereitstellen, um das Projektziel zu erreichen. Hierfür sind eine griffige Darstellung des Projektziels sowie ein solider Projektplan die wichtigsten Medien. Es muss klar werden: Was wollen Sie erreichen? Und welchen Aufwand bedeutet das für die Organisation?

  • Zum Projektstart ist es ebenfalls erfolgskritisch, den beteiligten Mitarbeitern und Freelancern einen Überblick über Ziel und Umfang des Projekts zu vermitteln. Hierfür ist ein Kick-off-Meeting das geeignete Format. Es muss klar werden: Was wollen wir zusammen erreichen? Wie ist dafür der Zeitrahmen? Wie sehen die Meilensteine aus? Und wer übernimmt welche Aufgaben?

Projektverlauf

  • Im Projektverlauf ist es wichtig, die Projektkunden – etwa die zukünftigen Anwender einer Software – vom Sinn des Projekts und seinem Ziel zu überzeugen. Dies kann durch Mitteilungen im Intranet oder über andere interne Medien geschehen. Auch die direkte Projektarbeit ist eine Möglichkeit für das Projektmarketing. Wann immer Projektkunden beteiligt sind – als Fachleute oder um Anforderungen zu definieren – bietet sich die Chance, Nutzen und Ziele des Projekts noch einmal in Erinnerung zu rufen. Für das Projektmarketing ist es ebenfalls wichtig, zu kommunizieren, wie Rückmeldungen und fachlicher Input von dieser Gruppe in die weitere Planung einbezogen werden. So wird das Projekt als Vorhaben wahrgenommen, bei dem es sich zu beteiligen lohnt, weil Ideen und Rückmeldungen nicht folgenlos in einem schwarzen Loch verschwinden. Give-Aways mit Projektlogo sind als Dankeschön für die Mühe und die Mitarbeit ein unschlagbares Mittel, um als Projektteam bei Projektkunden einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. 

  • Auch das Projektteam sollte im Verlauf des Projekts ins Projektmarketing mit einbezogen werden. Dies geschieht in der Regel im Zuge der normalen Projektkommunikation. Statusreports, der Termin- und Meilensteinplan oder der Projektstrukturplan sind die geeigneten Medien, um Informationen zum Projektfortschritt auszutauschen. Dabei sollte kein Unterschied gemacht werden, ob interne Mitarbeiter oder externe Spezialisten adressiert werden. Alle Fakten müssen alle Beteiligten sowieso kennen - und mit Begeisterung dabei sein, sollten sie auch.

Projektende

  • Jeder Entscheider erwartet einen Nachweis über die Verwendung der Ressourcen, die er bereitgestellt hat. Eine saubere Dokumentation nach dem Projektabschluss ist daher Pflicht – aber auch ein Teil des Projektmarketings. Im Abschlussbericht wird nachgewiesen, was das Ergebnis des Projekts ist, warum das Vorhaben aus geschäftlicher Sicht tatsächlich sinnvoll war und welcher Nutzen ansonsten entstanden ist. Bei der Prüfung des nächsten Projekts wird die Qualität dieses Dokuments eine Rolle spielen. Neben einer sauberen Projektdokumentation empfiehlt sich eine Abschlusspräsentation, in der Kern-Fortschritte allgemeinverständlich dargestellt werden.

  • Um nach dem Projektabschluss Mitarbeiter und weitere Stakeholder im Rahmen des Projektmarketings zu informieren, bietet sich die Publikation der Projektergebnisse in einer internen Firmenzeitung und im Intranet an. Je nach Projektumfang können auch Mitarbeiter-Informationsveranstaltungen und Präsentations-Roadshows angemessen sein. So erfahren die Mitarbeiter in der Breite vom Erfolg der gemeinsamen Anstrengung. Auch Aushänge (am besten in der Kantine) oder die Nutzung von Glasvitrinen sind im digitalen Zeitalter weiterhin probate Mittel, um Projekterfolge zu übermitteln.


Fazit: Projektmarketing ist eine Form der permanenten Überzeugungsarbeit, bei der je nach Projektstatus und Adressat der Botschaft unterschiedliche Kanäle sinnvoll sind. Das wichtigste Marketinginstrument zur Umsetzung des Projektmarketings sind aber der Projektleiter und die Projektmitarbeiter selbst. Sie alle betreiben durch ihre Handlungen fortlaufend bewusst und unbewusst Marketing für ihr Projekt – im positiven wie im negativen Sinne.

 


 

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