Qualifizierung

Zeitarbeit (auch Arbeitnehmerüberlassung genannt) bietet Chancen für Jobsuchende auf jedem Karrierelevel. Als Brücke in den Arbeitsmarkt dient sie jedoch besonders Geringqualifizierten – also zum Beispiel Bewerbern, die noch über keinerlei berufliche Ausbildung verfügen. Etwa 30 Prozent der Zeitarbeitnehmer in Deutschland können keinen Berufsabschluss vorweisen. Sie hätten also ohne eine Anstellung bei einem Personaldienstleister kaum Chancen auf ein geregeltes Berufsleben.

 

Über Zeitarbeit zum Berufsabschluss

Ein Beitrag von Michael Kienert


Das Ziel für alle Beteiligten ist dabei, die Chancen dieser Zeitarbeitnehmer weiter zu verbessern. Deshalb gibt es auch für Geringqualifizierte inzwischen viele Möglichkeiten, über die Zeitarbeit an berufliche Abschlüsse zu gelangen. Das Angebot geht über einzelne Kurse – etwa zu EDV oder Fremdsprachen – deutlich hinaus. Zeitarbeitnehmer haben auch die Möglichkeit, Fortbildungen in ihrem jeweiligen Berufszweig zu absolvieren.


Zudem hat der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) ein dreistufiges Qualifizierungsmodell entwickelt, über das Zeitarbeitskräfte ohne abgeschlossene Ausbildung Schritt für Schritt  an einen Berufsabschluss herangeführt werden. Am Ende steht eine so genannte Externenprüfung, das heißt: Die Zeitarbeitnehmer nehmen an einer regulären Gesellen- oder Abschlussprüfung für einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf teil. Ab Januar 2015 geht das neue dreistufige Qualifizierungsmodell in die Pilotphase.


Pläne der Regierung verhindern Qualifizierungschancen der Zeitarbeitnehmer

Die aktuellen Pläne der Bundesregierung, die Zeitarbeit weiter zu regulieren, drohen diese Alternative zunichte zu machen. Sie beinhalten, dass Arbeitseinsätze auf maximal 18 Monate begrenzt werden. Viele Qualifizierungsmaßnahmen dauern aber 24 Monate und länger.

Damit wird es für Zeitarbeitsnehmer erheblich erschwert, eine mehrjährige Berufserfahrung zu erlangen und nachzuweisen und damit das oben beschriebene Qualifizierungsmodell in die Praxis umzusetzen. Wenn die maximale Überlassungsdauer kommt, wäre mindestens eine Öffnungsklausel im entsprechenden Gesetz sinnvoll, die Ausnahmeregelungen zulässt.