Smarte Roboter: Hier werden sie schon heute eingesetzt

Einige kennen Roboter schon aus ihrem ganz persönlichen Alltag. Der selbständige Rasenmäher oder Putzroboter soll uns in Zukunft lästige und zeitraubende Tätigkeiten abnehmen. Doch der Einsatz dieser digitalen Helfer beschränkt sich nicht auf die eigenen vier Wände, auch in vielen Berufsbranchen werden Roboter bereits unterstützend eingesetzt. Sie agieren dabei als smarte Helfer, die dank maschinellen Lernens im Laufe der Zeit immer leistungsfähiger werden. Wir zeigen Ihnen, in welchen fünf Branchen smarte Roboter zum Einsatz kommen und welche Aufgaben sie dort übernehmen.

Entlastung bei körperlicher Arbeit

Anstrengende körperliche Arbeit gehört in vielen Branchen zum Tagesgeschäft. Diese Belastung bleibt nicht ohne Folgen: Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verursachen Muskel-Skeletterkrankungen mit rund 23 Prozent die meisten Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland. Sogenannte Exoskelette sollen in Zukunft dabei helfen, die physische Belastung und damit gleichzeitig etwaige Fehlzeiten zu verringern. Der Automobilhersteller Audi testet seit einigen Jahren bereits Systeme wie beispielsweise den „Chairless chair“. Das Gerät wird hinter die Beine geschnallt und ermöglicht seinen Trägern, sich jederzeit hinzusetzen und dadurch Rücken und Beine zu entlasten – ganz ohne Stuhl. Der Chairless chair besteht aus einer Sitzfläche, die sich unter dem Gesäß des Trägers befindet, und zwei künstlichen Beinen, die hinter den menschlichen Beinen bis zum Boden verlaufen. Der künstliche Stuhl federt Überbelastungen ab und wandelt diese wiederum in Energie um.

Roboterschwärme auf den Feldern

Auch in der Landwirtschaft kann der Einsatz von smarten Robotern dazu beitragen, die Nachhaltigkeit und Effizienz der Betriebe zu steigern. Kleine Feldroboter, die an Krabben erinnern, können eigenständig Felder bewirtschaften und Saatgut verteilen. So könnten in Zukunft ganze Roboterschwärme über die Felder fahren. Ein Forschungsteam der Amazonen-Werke, der Fachhochschule Osnabrück und der Robert Bosch GmbH hat den autonomen und mehrfach ausgezeichneten Feldroboter Bonirob entwickelt, der mit Hilfe von Kameras, Sensoren und Lasern die Landwirte unterstützt. Der Feldroboter kann beispielsweise Unkraut mechanisch vernichten, ohne dafür Herbizide verwenden zu müssen. Dadurch wird nachhaltige Landwirtschaft gefördert.

Operationen mit Da Vinci

In deutschen Kliniken werden mit Hilfe des Da Vinci-Operationssystems schon heute zahlreiche, roboterassistierte Eingriffe durchgeführt. Bei diesen Operationen sitzt der Chirurg einige Meter vom Operationstisch entfernt und steuert von hier seine Instrumente über eine Konsole. Das integrierte Videosystem bietet ihm darüber hinaus hochauflösende Bilder in zehnfacher Vergrößerung, die selbst kleinste Strukturen sichtbar machen und die Fähigkeiten des menschlichen Auges übersteigen. Das System kommt vor allem bei Prostataoperationen in der Urologie und in der HNO-Chirurgie zum Einsatz. Allerdings kosten die Geräte mehr als zwei Millionen Euro und müssen regelmäßig überprüft werden, was zu jährlichen Instandhaltungskosten im sechsstelligen Bereich führt.

Logistik

In der Logistikbranche ist der Einsatz von Robotern schon weit verbreitet. Im 2017 von Amazon eröffneten Logistikzentrum in Manchester arbeiten Roboter mit einer Traglast von 300kg, die die Regale lautlos durch die Halle manövrieren und zu den Mitarbeitern bringen. Auch deutsche Unternehmen entwickeln roboterassistierte Lösungen für die Intralogistik. Der Roboter TORU des Münchener Start-Ups Magazino ermöglicht einen stückgenauen Zugriff auf die jeweiligen Objekte und kann so eigenständig verschiedene Waren aus der Lagerhalle einsammeln. Die intelligenten Roboter arbeiten rund um die Uhr und erreichen für Menschen schwer zugängliche Bereiche. Auch in der Warenzustellung werden Roboter eingesetzt. So unterstützt beispielsweise der Zusteller-Roboter PostBOT die Mitarbeiter der Deutschen Post bei der Zustellung der Pakete. Der Roboter befindet sich noch in der Testphase.

Digitale Finanzberatung

Ein noch junges Phänomen in der Finanzbranche sind die Robo-Advisor. Dabei handelt es sich um einen digitalen Vermögensberater, der die Kunden online berät, das Portfolio überwacht und gegebenenfalls umschichtet. Dafür müssen die Anleger vorab einen Fragebogen ausfüllen, der ihre Risikobereitschaft, Anlageziele und –zeitraum ermittelt. Die Verwaltung des Geldes verläuft dann vollkommen automatisch. Die Robo-Advisor sind deutlich günstiger als ihre menschlichen Kollegen und konnten für Anleger bereits gute Gewinne erwirtschaften. Allerdings müssen sich die Robo-Advisor in turbulenten Börsenzeiten noch beweisen und zeigen, dass sie auch dann mit menschlichen Beratern mithalten können. Einen Vergleich der Anbieter und tiefergehende Informationen finden Sie hier.

Weiterbildungen in der Robotik

Wenn Sie zukünftig an Roboterprojekten mitarbeiten möchten, haben Sie verschiedene Möglichkeiten, sich auf diesem Gebiet weiterzubilden. Das VDI Wissensforum bietet diesbezüglich einige Seminare, Kongresse und Konferenzen an. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Anbieter von Online-Kursen zur Bedienung und Programmierung von Industrierobotern. Weitere spannende Informationen rund um smarte Roboter erhalten Sie außerdem auf der automatica 2018. Auf der Messe, die vom 19.-22. Juni 2018 in München stattfindet, werden innovative Lösungen der intelligenten Automation und Robotik mit wichtigen Schlüsseltechnologien für jede Industriebranche vorgestellt.