Sparsam, online, sicherheitsbewusst: Digital Natives auf Geschäftsreise

Ob das Aufwachsen im Informationszeitalter die Digital Natives der Generation Y nun eher zu kompetenten Technologie-Experten oder zu leichtgläubigen Social-Media-Junkies gemacht hat? Darüber wird kräftig gestritten. Aber in einem sind sich die meisten einig: Irgendwie sind die Millennials „anders“. Gleich mehrere Studien haben jetzt tatsächlich einen gravierenden Unterschied gefunden: Die Digital Natives gehen anders auf Geschäftsreise als ihre älteren Kollegen.

So reist der Durchschnitts-Millennial

Der typische Millennial wurde Anfang der 80er Jahre geboren und wuchs als Digital Native im Computer-Zeitalter auf. Er geht rund drei Mal im Jahr auf Geschäftsreise, die im Schnitt 3,22 Tage dauert. Er ist damit rund einen halben Tag länger unterwegs als der Durchschnitt aller Geschäftsreisenden. Die Finanzkrise und ihre Folgen haben ihn geprägt, deswegen ist der Digital Native besonders kostenbewusst: Für Fahr- und Flugtickets gibt er 17 Prozent weniger aus als seine Kollegen aus der Generation X, und sogar ein ganzes Viertel weniger als die Baby-Boomer in seinem Unternehmen. Als Digital Native bucht er häufiger online, und verstößt seltener gegen die Vorschriften in den Reiserichtlinien seiner Firma. Außerdem zieht er weniger unbekümmert in die Welt als seine Vorgänger. So ist der Millennial deutlich mehr um seine Sicherheit besorgt und hat aus Angst darum auch schon mal eine Dienstreise abgesagt. So sehen die Ergebnisse aus, die der Geschäftsreisedienstleister Carlson Wagonlit Travel aus Kundendaten und eigenen Studien zusammengesetzt hat.

Mobiles Internet treibt Digital Natives unterwegs zu Höchstleistungen an

Um seine Stärken so richtig ausspielen zu können, braucht ein Digital Native auf Reisen vor allem eines: 24 Stunden Zugang zum Internet, und das schnell, zuverlässig und überall. 57 Prozent geschäftsreisender Fach- und Führungskräfte im Alter von 18 bis 34 Jahren, die für die Studie „Chefsache Business Travel 2018“ des Deutschen Reiseverbands (DRV) befragt wurden, reagieren auf Dienstreise jederzeit oder zumindest zeitnah auf E-Mails. Zwei Drittel von ihnen erwarten WLAN-Zugang im Flugzeug als Standard, selbst wenn ihr Arbeitgeber dafür etwas mehr zahlen muss. Auch die Spesen für das WLAN im Hotel fallen bei den Digital Natives etwas höher aus – aber diese Investitionen zahlen sich für den Arbeitgeber aus. Denn 45 Prozent der für die DRV-Studie befragten 18- bis 34-Jährigen gaben an, dass sie auf Dienstreisen produktiver sind als im Büro – zehn Prozentpunkte mehr als im Schnitt über alle Altersgruppen hinweg. Weniger produktiv sind hingegen nur 14 Prozent der jungen Geschäftsreisenden. Im Mittel steigt die Produktivität der Millennials auf Dienstreisen um neun Prozent. Das ist fast doppelt so hoch wie die durchschnittliche Produktivitätssteigerung, die nur bei fünf Prozent liegt.

Business und Freizeit auf Reisen vermischen

Digital Natives reisen beruflich gern und viel, arbeiten dabei effizienter und sehen es als normal an, 24 Stunden am Tag online zu sein. Sind sie also vielleicht doch die größeren Arbeitstiere, die nichts anderes als nur Job und Karriere im Kopf haben? Nein, keineswegs. Der ausgeprägte Hang zu einer ausgeglichenen Life-Work-Balance, der den Millennials nachgesagt wird, schlägt sich auch in ihrem Geschäftsreiseverhalten nieder. Während es früher geradezu als verpönt galt, an eine Dienstreise noch ein paar private Urlaubstage dranzuhängen, macht die Generation Y diese Verbindung von Beruf und Freizeit salonfähig: 48 Prozent der Millennials vermischen laut einer Travelport-Studie auf diese Weise regelmäßig Business and Leisure zu von den Autoren benannten „Bleisure“-Trips. Aus der Generation X trauen sich das bisher erst 39 Prozent.

Und nun mal ehrlich: Halten Sie es bei Dienstreisen eher wie ein Millennial oder doch eher wie ein Geschäftsreisender alter Schule?