Studie belegt Aussagekraft von Arbeitszeugnis

Welche Rolle das Arbeitszeugnis innerhalb einer Bewerbung spielt, darüber haben wir in einem früheren Beitrag schon mal gebloggt. Im Artikel sind wir bereits auf die berühmt-berüchtigten Geheimcodes eingegangen, aus denen sich Schulnoten für die Leistung des Mitarbeiters ableiten lassen. Diese waren einer der Gründe, warum die Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) die Aussagekraft von Arbeitszeugnissen in einer Studie näher untersucht hat. Die Studie ging unter anderem der Frage nach, ob die verschlüsselten Bewertungen in Arbeitszeugnissen von unterschiedlichen Personen denn auch gleich gedeutet werden.

Arbeitszeugnis

Ergebnis: Die Beurteiler, die für die Studie die Zeugnisse lasen und interpretierten, kamen zu guten bis sehr guten Übereinstimmungen. Das „Notensystem“ funktioniert also. Darüber hinaus bestätigte die Untersuchung aber auch, dass Zeugnisnoten auf das tatsächliche Arbeitsverhalten rückschließen lassen: Personen mit besseren Zeugnisnoten werden beispielsweise von Kollegen auch als engagierter und pflichtbewusster wahrgenommen. Aufgrund der Standardisierung der Formulierungen lassen Zeugnisse jedoch kaum eine individuelle Charakterisierung zu. 

Ebenfalls interessant: Eine Mitwirkung des Arbeitnehmers an seinem eigenen Zeugnis, wenn er beispielsweise einzelne Passagen ändert oder einen kompletten Entwurf selbst formuliert, verringert nicht dessen Aussagekraft. Für die Studie wurden Zeugnisse, auf die die Arbeitnehmer Einfluss hatten, verglichen mit Beurteilungen, die der Arbeitgeber allein erstellt hat. In beiden Fällen ließen sich zutreffende Rückschlüsse auf das Arbeitsverhalten ziehen, eine Verzerrung konnte nicht bestätigt werden.

Die Studie wurde vom Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie (Prof. Dr. Klaus Moser) der FAU Erlangen-Nürnberg durchgeführt, Studienleiterin und Ansprechpartnerin ist Cynthia Sende.