Trends und Spielereien: Das sind die Drohnen der Zukunft

Drohnen halten immer stärker Einzug in unseren Alltag. Erst im Februar führte Airbus einen erfolgreichen Erstflug mit seinem Flugtaxi Vahana durch. Bis wir mit autonomen Drohnen das Verkehrschaos der Städte umfliegen können, wird es wohl aber noch etwas dauern. Wir zeigen Ihnen heute interessante Bereiche, in denen Drohnen zukünftig eine tragende Rolle spielen können. 

Autonomes Navigieren durch die Stadt

Viele Logistik- und Versandunternehmen testen seit geraumer Zeit den Einsatz von Drohnen, um Pakete noch schneller liefern zu können. So auch die Deutsche Post mit der DHL-Lieferdrohne. Bislang stecken die Versuche allerdings noch in den Kinderschuhen und sind noch nicht massenhaft einsetzbar. Forscher der Universität Zürich haben nun eine Software für Drohnen entwickelt, die sich die Orientierung im Straßenverkehr selbst beibringt. Dafür adaptiert sie Verhaltensmuster und Straßenregeln von Radfahrern, Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern und kann aus diesen Daten sogar eigene Regeln schlussfolgern. Dadurch können die Flugobjekte eigenständig durch enge Straßen fliegen, was sie insbesondere für den innerstädtischen Einsatz interessant macht.

Fliegende Lebensretter

Drohnen kommen besonders häufig in Gebieten zum Einsatz, die für Menschen nur schwer zu erreichen sind. So zum Beispiel auch an der Nord- und Ostsee. Dort setzt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Drohnen ein, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten. Die Drohne kann die Schwimmer dank Wärmebildkamera lokalisieren und erste Rettungsbojen abwerfen. Der PowderBuddy des von Hamburger und Göttinger Studenten gegründeten Start-ups Bluebird Mountain soll künftig die Suche nach verschütteten Lawinenopfern beschleunigen und so Leben retten. Der PowderBuddy ist eine Drohne, die der Ski- oder Snowboardfahrer in die Luft katapultieren kann, sobald hinter ihm eine Lawine abgeht. Die Drohne folgt dem Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) des Fahrers und kreist dann über der Unglücksstelle, sobald er verschüttet wird. Damit wissen die Retter sofort, wo sie suchen müssen. Der aktuelle Prototyp „Icarus“ ist in etwa so groß wie eine Thermoskanne und wird aktuell von erfahrenen Wintersportlern getestet.

Den Blauwalen auf der Spur

Die wohl mit Abstand skurrilste Neuerung hat der Chiphersteller Intel auf der diesjährigen Cebit in Hannover vorgestellt – allerdings mit einem ernsten und wissenschaftlichen Hintergrund. Der Snotbot ist darauf spezialisiert, Nasensekret von Blauwalen zu sammeln. Dafür fliegt die Drohne dicht über den Tieren und wartet, bis diese an die Wasseroberfläche kommen und beim Ausatmens aus ihren Nasenlöchern das Sekret stoßen. Dies wird über kleine Plastikbehälter aufgefangen und von den Forschern analysiert. Das Sekret enthält wichtige Informationen über den Gesundheitszustand der Tiere. Die Forscher können so herausfinden, ob ein Wal schwanger oder von einer bestimmten Krankheit befallen ist. Darüber hinaus liefern die Drohnen Bilder und Videos, mit deren Hilfe die Tiere identifiziert und so der genaue Bestand ermittelt werden kann.

Drohnen können noch mehr

Neben den wissenschaftlichen Einsatzmöglichkeiten für Drohnen sind die Flugobjekte auch für einige praxisnahe Einsätze zu gebrauchen. In Neuseeland nutzen Landwirte Drohnen, um ihre Schafsherden zusammenzutreiben und machen so den Schäferhunden ihre Jobs streitig. Die autonome Drohne R1 des US-amerikanischen Start-ups Skydio ist mit 13 Kameras ausgestattet, um Selfies ihres Besitzers machen und diesem folgen zu können. Bislang ist sie nur in den USA erhältlich – und kostet stolze 2500 US-Dollar. Was während eines Drohnenflugs alles schiefgehen kann, sehen Sie in diesem Video.