Umfrage Jobzufriedenheit: Wenn der Aufschwung aufs Gemüt schlägt

Der FC Bayern München ist zum 25. Mal Deutscher Fußballmeister und kaum einer hat gejubelt. Eine ähnliche Situation erleben wir derzeit am Arbeitsmarkt. Die Konjunktur zieht an, laut Medienberichten um 0,5 Prozent auf 2,1 Prozent in diesem Jahr. Und dennoch sind 49 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland nicht zufrieden im Job. Das sind immerhin vier Prozent mehr als 2014, zeigt eine repräsentative Studie der ManpowerGroup Deutschland.

 

 

Bild Jobzufriedenheit

Die Ursachenforschung ergibt: Ähnlich wie die Spieler beim Rekordmeister, müssen viele Arbeitnehmer in Deutschland zunächst noch mehr leisten, bevor sie sich freuen können. Der Grund sind gut gefüllte Auftragsbücher bei ihren Arbeitgebern. Das Zusatzgeschäft hat Vorrang vor der Personalentwicklung. Neue Fachkräfte für den Aufschwung sind zwar geplant. Sie müssen allerdings erst noch gesucht, eingestellt und eingearbeitet werden. Das dauert in der Regel einige Monate. Durch die Belastung bleibt für Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung häufig keine Zeit. Dabei sind diese gerade in Zeiten hoher Auslastung wichtig. Bleiben wertschätzende Initiativen zu lange aus, droht dem Arbeitgeber, dass er Mitarbeiter mittelfristig verliert. Oder, um in der Fußballersprache zu bleiben: Leistungsträger werden ihren Vertrag zum Saisonende nicht verlängern.

 

Zahl der Wechselbereiten steigt auf 45 Prozent

 

Dass Unternehmen jetzt ein offenes Ohr für ihre Mitarbeiter haben sollten, zeigt auch die Studie: 45 Prozent der Angestellten können sich einen Jobwechsel vorstellen. 2014 waren es nur 42 Prozent. Rund jeder vierte Arbeitnehmer sucht eine Position, die besser bezahlt wird. Darüber hinaus geben der Wunsch nach Abwechslung (14 Prozent) und mehr Anerkennung (13 Prozent) häufig den Ausschlag, sich nach einer neuen Herausforderung umzuschauen.

 

Ein ganz entscheidender Faktor, den mehr Arbeitnehmer vermissen, ist Wertschätzung.  Ähnlich verhält es sich mit der internen Weiterentwicklung: Nur noch 30 Prozent der Arbeitnehmer erhalten nach eigenen Angaben regelmäßig Weiterbildungen. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Das wäre ungefähr so, als ob Bayern-Trainer Pep Guardiola die Talentfördrung vernachlässigen würde, weil er gerade die Champions League gewinnen will. Da Unternehmen, genauso wie Fußball-Clubs, am nachhaltigen Erfolg interessiert sind, sind sie auch in Wachstumszeiten gefordert, in Mitarbeiterzufriedenheit zu investieren.

 

Weitere Ergebnisse und Infos zur Studie „Jobzufriedenheit 2015“ finden Sie hier.