Was macht eigentlich... ein Requirement Engineer?

In unserem JOBlog möchten wir den Lesern auch immer wieder konkrete Hilfe bei der beruflichen Orientierung geben. Darum stellen wir Euch hin und wieder auch einzelne Berufe etwas genauer vor, von denen vielleicht noch nicht jeder weiß, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Wer weiß, vielleicht inspiriert es den einen oder anderen bei der Berufswahl?

 

Ein Artikel von Ron Meyknecht 

Wer sich beispielsweise für IT begeistert, sollte sich vielleicht den Beruf des Requirement Engineers einmal genauer anschauen. Der hat nämlich eine wichtige Schlüsselrolle zum Beispiel bei der Softwareentwicklung inne und fungiert als eine Art Scharnier zwischen Auftraggeber und Entwickler.

Aufgabe des Requirement Engineers ist es, die Anforderungen, die ein Auftraggeber an die zu entwickelnde Software hat, zu verstehen und festzuhalten. Man spricht deshalb auch von Anforderungsmanagement. Er ermittelt also, welche Ansprüche genau der Kunde an das Endprodukt hat, welche Funktionen beispielsweise in der Software enthalten sein müssen. Dazu führt er beispielsweise Befragungen mit Hilfe von Fragebögen durch oder Workshops mit den späteren Anwendern, um ihre Bedürfnisse besser zu verstehen. 

Zum Anforderungsmanagement gehört auch, die Prioritäten des Auftraggebers zu erkennen: Welche Anforderungen sind unbedingt zu erfüllen, welche vielleicht verzichtbar? Auch gilt es, Konflikte aufzudecken zwischen Anforderungen, die sich gegenseitig widersprechen. Ergebnis der Arbeit eines Requirement Engineers ist schließlich eine Liste mit möglichst genauen Anforderungen, die dann auch in ein so genanntes Lastenheft übernommen werden können, englisch Requirement Specification genannt. 

Das alles dient dazu, Missverständnissen vorzubeugen und ein Projekt möglichst reibungslos durchführen zu können. Die Anforderungen sind durch den Requirement Engineer für alle Beteiligten möglichst klar und verbindlich festgehalten. So vermeidet man, dass Softwareentwickler beispielsweise zu viel Zeit und Aufwand für Funktionen verwenden, die unwichtig oder sogar unerwünscht sind.

Eine vorgeschriebene Laufbahn für den Job des Requirement Engineers gibt es nicht, in der Regel wird ein Studium der Informatik oder Wirtschaftsinformatik oder eine vergleichbare Ausbildung mit mehrjähriger Berufspraxis verlangt. Der Job erfordert aber auch hohe kommunikative Fähigkeiten im Umgang mit den Auftraggebern und ein sicheres Auftreten zum Beispiel beim Moderieren von Workshops. 

Wer nach Jobs in diesem Bereich sucht, kann auch mal im Jobsuche-Portal von Experis vorbeischauen.