Wenn der Staat nicht so gierig wäre...

Alle reden über Griechenland. Da ist der „Steuerzahler-Gedenktag“ völlig untergegangen. Seit diesem Tag arbeiten die Bürger endlich für sich. Alles, was sie seit Jahresbeginn verdient haben, ging nämlich rechnerisch in Form von Steuern und Abgaben (Renten-, Kranken-, Arbeitslosenversicherung usw.) an den Staat. Kein Wunder: Bei einer durchschnittlichen Belastungsquote von 52 Prozent bleiben dem Steuerbürger von 1 Euro gerade 48 Cent zur freien Verfügung.

 

Ein Gastartikel von Hugo Müller-Vogg

Dieser vom Bund der Steuerzahler errechnete Tag fiel in diesem Jahr auf den 11. Juli, 2014 war es noch der 8. Juli. Das bedeutet, dass wir 2015 drei Tage länger für den Staat arbeiten müssen. Die „kalte Progression“ sowie soziale Wohltaten wie Rente mit 63 oder Mütterrente haben eben ihren Preis.

Die hohe Belastung wirkt sich nicht nur für den Durchschnittsverdiener in Euro und Cent aus. Sie dämpft auch die Leistungsbereitschaft. Wenn zum Beispiel bei Mehrarbeit oder Überstunden vom Zusatzverdienst weniger als die Hälfte bleibt, begnügt sich mancher Arbeitnehmer mit Dienst nach Vorschrift. Auch gibt es einen engen Zusammenhang zwischen hohen Abzügen und zunehmender Schwarzarbeit.

Natürlich braucht der Staat Geld. Aber braucht er wirklich so viel, wie er uns abnimmt? Das gesamte Steueraufkommen bei Bund, Ländern und Gemeinden belief sich 2014 auf 644 Milliarden Euro. Das waren 92 Milliarden oder 42 (!) Prozent mehr als vor zehn Jahren. Sind damit etwa Schulden abgebaut worden? Nein! Wenn der Staat mehr einnimmt, gibt er fast automatisch auch mehr aus.

Die letzte große Steuerreform mit spürbaren Entlastungen für alle gab es im Jahr 2000. Bald danach ging es mit den Steuern und Abgaben wieder bergauf. Ach, wenn der Staat doch nicht so gierig wäre. Dann könnten wir den Steuerzahler-Gedenktag durch einen Steuerzahler-Feiertag ersetzen. Ganz nebenbei: Steuersenkungen sind das wirkungsvollste Förderprogramm für Wachstum und Arbeitsplätze – und der beste Schutz gegen Schwarzarbeit.