Wie Chatbots Personalabteilungen bei der Auswahl des richtigen Bewerbers helfen können

Haben Sie auch schon mal mehrere Stunden Arbeit in das Schreiben einer perfekten Bewerbung investiert, voller Vorfreude auf den potenziellen Arbeitgeber Ihre Unterlagen abgeschickt und dann doch eine Absage erhalten? Oder vielleicht haben Sie es durch das Auswahlverfahren geschafft, aber  schnell gemerkt, dass es sich doch irgendwie um den falschen Job handelt? In jedem Fall ist die Enttäuschung groß.
 

Der Weg zum optimalen Bewerbungsprozess

Der Ursprung des Übels liegt oftmals in der mangelnden Übereinstimmung zwischen Bewerber und Unternehmen. Aber wie findet man am effizientesten heraus, ob das Unternehmen das Richtige ist und ob der Arbeitsalltag den eigenen Vorstellungen entspricht? Oder anders gefragt: Wie findet ein Unternehmen den idealen Mitarbeiter? Wie ein Bewerber das ideale Unternehmen? In den Stellenausschreibungen der Unternehmen sind jedenfalls selten alle gefragten Informationen enthalten. Eine mögliche Lösung ist die Kommunikation mit einem Chatbot, der das Unternehmen, dessen Vorstellungen und Ansprüche genau kennt. Man kennt das Verfahren bereits von Dating-Apps wie Tinder oder Lovoo.

 

Bei den beliebten Dating-Apps schauen sich die Nutzer Profile anderer Menschen an, chatten miteinander, gucken, ob man zueinander passt und treffen sich dann. So oder so ähnlich könnte auch die Kommunikation mit Bewerbern funktionieren. Der erste Kontakt zwischen Bewerber und Unternehmen würde dann über einen Chatbot stattfinden: Man tauscht sich aus, klärt Fragen, der Bewerber wird anschließend an den zuständigen Personalarbeiter oder Headhunter vermittelt. Der Chatbot lernt durch die zugrundeliegende künstliche Intelligenz stetig weiter und verbessert sich nach jedem Gespräch, um für eine optimale Vermittlung zu sorgen.

Der Einsatz von Chatbots ist gewinnbringend für Jeden

Es ist absehbar, dass Chatbots künftig eine größere Rolle spielen werden. Denn das KI unterstützte System hat viele Vorteile. Es ist sehr flexibel für den Kunden, da es rund um die Uhr von überall, wo es eine Internetverbindung gibt, erreichbar ist, nicht krank wird, keine Pausen macht und keinen Urlaub nimmt. Zudem kann ein Chatbot im Vergleich zu einem Menschen viel mehr Informationen gleichzeitig mit in die Bewertung einbeziehen und schnell zu Ergebnisse gelangen, weil er Zugriff auf riesige Datenmengen hat und diese mit hoher Geschwindigkeit auswerten kann. Außerdem ist ein Chatbot ein kostengünstiges Unterstützungstool, da nach der Installation nur noch Serverspeicher und Rechenleistung verbraucht wird und er kaum gewartet werden muss. Schließlich lernt er ja von selbst. 

Worauf besonders geachtet werden muss

Chatbots sind mittlerweile schon sehr gut darin, Nutzer bei komplexen Suchanfragen zu unterstützen und auf die passende Landing-Page zu navigieren. Ausbaufähig jedoch ist noch der Bereich persönliche Beratung bis hin zur eigenständigen Eignungsfeststellung für ein Unternehmen. 

 

Eine 2018 von der ManpowerGroup durchgeführten Studie mit über 1000 befragten Arbeitgebern belegt, dass aus Sicht der Personalentscheider Soft Skills wie Kollaboration, Kommunikation, Problemlösungskompetenz und Organisationsgeschick am wichtigsten im Berufsleben sind. Dementsprechend sollten diese Eigenschaften schon im Bewerbungsgespräch erfasst werden. Nun stellt sich die Frage, wie Chatbots diese Soft Skills untersuchen und abwägen können. Können diese Attribute etwa durch eine Analyse der Social-Media-Aktivitäten des Bewerbers herausgefiltert werden? Auch wenn das datenschutzrechtlich möglich wäre: Was ist dann mit Nutzern, die nicht bei sozialen Medien aktiv sind? Ist ein Chatbot wirklich neutral oder nicht doch diskriminierend, wenn man bedenkt, dass der Programmierer die Anforderungen des Arbeitgebers einprogrammiert?

Datenschutzkonforme Kommunikation

Arbeitgeber haben zunehmend Interesse daran, potenzielle Bewerber über Messenger-Dienste zu erreichen. Dabei spielt besonders Datenschutz eine große Rolle. Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist es verboten, Daten der Kunden ohne deren Einverständnis an Firmen weiterzugeben. Dies ist allerdings der Fall, wenn man den Messenger WhatsApp beruflich nutzt, da bei der Installation von WhatsApp-Daten vieler Kontakte zum Abgleich an Facebook gesendet werden. Deshalb verwendet die ManpowerGroup die datenschutzkonforme Alternative „WhatsBroadcast“. Darüber werden aktuelle Jobangebote und Informationen zielgerichtet an Interessenten geschickt und gleichzeitig alle Bewerberdaten verantwortungsvoll geschützt.

 

Wird der Mensch vom Roboter ersetzt? Werden Headhunter und Personalvermittler bald überflüssig? Hansjörg Votteler, der Geschäftsführer von Manpower Deutschland, hält das für unwahrscheinlich:  „Ein Mensch muss den sensiblen Bewerbungsprozess immer begleiten. Dagegen eignen sich neue Technologien hervorragend, um Personaler zu entlasten und zu ergänzen“.