Wie das Personalmanagement der Zukunft aussieht

Der Arbeitsmarkt und das dazugehörige Personalmanagement verändern sich rasant. Ein Bewerbungsprozess bei einem digitalen Unternehmen wie etwa Google läuft längst nicht mehr so wie noch vor fünf Jahren. Mittlerweile bedienen sich aber auch traditionellere Arbeitgeber und potenzielle Arbeitnehmer modernster Kommunikationsmittel und HR-Technologien.
 

Early Adopter bewerben sich häufiger und nutzen innovative Technologien

In einer von der ManpowerGroup durchgeführten Studie wurden weltweit rund 18.000 Arbeitsuchende gefragt, welche Faktoren für sie bei der Jobsuche die wichtigste Rolle spielen. Im Zuge dessen wurde eine neue Gruppe an Bewerbern herausgefiltert: die „Early Adopter“ von HR-Technologie. Es handelt sich hierbei um Personen, die im Bewerbungsprozess verschiedenste moderne Kommunikationsmittel verwenden. Dazu gehören beispielsweise Social Media Ads, Smartphone Apps, Chat-Bots, Messenger oder Video-Vorstellungsgespräche. Die Early Adopter sind jung und sehr dynamisch. Die meisten von ihnen sind Studenten und leben in einer Großstadt. Für einen guten Job erklären sich 96 Prozent von ihnen dazu bereit, die Heimat zu verlassen. Auch einen Umzug ins Ausland ziehen viele in Erwägung.

Durch den Einsatz von innovativer HR-Technologie wird der bürokratische Aufwand eines Bewerbungsprozesses für beide Seiten vereinfacht – sowohl für Arbeitgeber als auch für den Bewerber. Als Konsequenz erhöht sich auch der Anteil der eingehenden Bewerbungen. Im Durchschnitt bewirbt sich ein Early Adopter auf 18,3 Jobs. Dies ist fast doppelt so viel wie ein „normaler“ Bewerber, der auf 9,9 Anfragen kommt.

Die kompletten Ergebnisse der Studie (Whitepaper & Infografik)

Bewerbungsgespräch mit einem Chatbot: Wo ist da die Grenze?

Die neuen HR-Technologien sorgen für einen effizienteren Bewerbungsprozess. Der Bewerber kann schon vor der eigentlichen Kontaktaufnahme mit dem angestrebten Unternehmen überprüfen, ob er geeignet ist. Dies ist zum Beispiel durch ein vorheriges Gespräch mit einem Chatbot möglich, der darauf programmiert ist, das Anforderungsprofil des Unternehmens mit dem Persönlichkeitsprofil des Bewerbers abzugleichen. Natürlich ist so ein Vorgang noch nicht vergleichbar mit einem persönlichen Gespräch. Dies bevorzugen in Deutschland nämlich 63 Prozent der Befragten.

Datenschutzkonformes Arbeiten beim Einsatz dieser Technologie sollte nicht vernachlässigt werden. Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schränkt die automatische Verarbeitung und Auswertung von Bewerbungen ein. So dürfen die Entscheidungen nicht allein aufgrund automatisierter Prozesse fallen, sondern müssen sorgfältig bearbeitet werden und die Entscheidung muss hinreichend begründet sein.

Deutsche nutzen größtenteils klassische Bewerbungsmethoden

Obwohl durch die Digitalisierung und den technischen Fortschritt der Großteil der Deutschen ein Smartphone besitzt und viele sich einen oder mehrere Social-Media-Accounts zulegen, liegt Deutschland im weltweiten Vergleich beim Einsatz moderner HR-Technologien im Bewerbungsprozess hinten. Während global 17 Prozent der Befragten mittels Smartphone-Apps nach Arbeitsstellen suchen, sind es in Deutschland nur zehn Prozent. Ähnlich sieht es bei der Nutzung von Social Media Ads aus. Weltweit haben 31 Prozent der Befragten auf jobbezogene Anzeigen in sozialen Netzwerken geklickt, wobei dies von den Deutschen nur 20 Prozent gemacht haben.

Die Bundesbürger halten eher an traditionellen Methoden fest und benutzen für die Bewerbung größtenteils Laptop oder Desktop-Computer. In diesem Bereich liegen die Deutschen mit 82 Prozent Zustimmung insgesamt zwölf Prozent über dem globalen Durchschnitt.

Es wäre zum Vorteil aller Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wenn Deutschland in Sachen Digitalisierung zukünftig mit Siebenmeilenstiefel vorankäme. Aktuell haben nämlich 45 Prozent der deutschen Arbeitgeber laut Umfrage Schwierigkeiten, Fachkräfte mit den benötigten Qualifikationen zu finden. Einen effizienteren Bewerbungsprozess zu beschreiten, wäre ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Über die Umfrage

Für die bevölkerungsrepräsentative Studie „Global Candidate Preferences“ befragte ManpowerGroup Solutions 2018 weltweit 17.994 Berufstätige im Alter von 18 bis 65 Jahren. In Deutschland nahmen 749 Arbeitnehmer mit und ohne Führungsverantwortung an der Befragung teil. Weitere Informationen finden Sie hier.