Xing und LinkedIn: Gut vernetzt in 6 Schritten

Menschen im wahren Leben kennen zu lernen kann einfach sein - man kommuniziert mit Stimme, Stimmlage, Gestik, Augenkontakt...und kann sich entweder “riechen” oder nicht. Meistens entsteht ein Gespräch spontan und man entdeckt Gemeinsamkeiten und alles weitere ergibt sich oft von selbst. Sich jedoch über professionelle Netzwerke wie Xing oder LinkedIn zu vernetzen, fühlt sich für viele “unnatürlich” an und stellt somit eine Barriere dar.

 

Soziales Netzwerk

Dabei weiß jeder, dass professionelles Kontakteknüpfen einen entscheidenden Vorteil in der eigenen Karriere bietet. Klar ist auch, dass soziale Karrierenetzwerke einen viel größeren Pool an interessanten Kontakten bereithält als ein einzelnes Event. Oft liest man Artikel, in denen die Wichtigkeit eines guten Netzwerks gepredigt wird - ohne auch nur einen Hinweis darauf, wie man dieses genau aufbaut! Ziele ohne einen Fahrplan sind aber meist nutzlos. 

Der Knackpunkt scheint darin zu liegen, wie man den ersten Schritt macht - jemanden anspricht, den man noch nie “live” gesehen hat. Experten auf ihrem Gebiet kriegen dutzende von Emails jede Woche mit der Bitte um Ratschlag, Hilfe oder einfach um Vernetzung. Was bewegt Menschen dazu, einige Anfragen zu beantworten und andere nicht? Diese Tipps helfen weiter!


  • Gestalten Sie Ihr Profil übersichtlich und vollständig

Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine Facebook Anfrage von einer fremden Person. Sie haben weder gemeinsame Kontakte, noch wissen Sie, wo die Person wohnt oder wie sie aussieht. Sie würden die Person sicherlich nicht als Freund bestätigen. So ähnlich ist das auch bei Xing oder LinkedIn, selbst wenn es hier weitaus üblicher ist, sogar unbekannte Kontakte zu bestätigen. Allerdings erwägen wir nur dann eine Person in unser Netzwerk aufzunehmen, wenn wir zumindest wissen, welche gemeinsamen Kontakte wir haben, was die Person macht und wo sie arbeitet. 


  • Background Check

Informieren Sie sich zunächst über die Person - und zwar nicht nur über deren professionelles Netzwerkprofil. Gibt es Interviews mit der Person, hat sie oder er einen eigenen Blog, Website oder ein eigenes Buch veröffentlicht? Gibt es gemeinsame Kontakte? Diese Informationen helfen nicht nur dabei spannende Fragen zu beantworten, sondern auch Gemeinsamkeiten zu identifizieren, die als Gesprächseröffner dienen können. Gemeinsamkeiten helfen ungemein, die Aufmerksamkeit Ihres Kontaktes zu erhalten und sogar Vertrauen aufzubauen - sei es die gleiche Universität an der Sie studiert haben, die gleiche Stadt in der Sie aufgewachsen sind oder das gleiche Event, das Sie besucht haben.

 

  • Short and sweet

Wenn Ihr auserwählter Kontakt das erste Mal eine Anfrage von Ihnen liest, ist seine Aufmerksamkeitsspanne meist sehr gering. Sie können sich ausschweifende Hintergrundbeschreibungen zu Ihrer Person sparen - das übernehmen schließlich LinkedIn und Xing für Sie! Kommen Sie schnell zum Punkt - in ca. 3-5 Sätzen!

Erläutern Sie kurz, wie Sie die Person entdeckt haben, warum Sie sie interessant finden und wo die Verbindung zu Ihrer Position/Themen ist! Versuchen Sie dabei präzise zu bleiben, ohne gleich große Anfragen zu stellen (kurzes Telefonat von 15 Minuten, um Ihre Meinung zu Thema X zu hören, statt gleich ein Treffen). Sie müssen es der Person so einfach wie möglich machen, Ihrer Bitte zu folgen. 


  • Geben vor Nehmen

Wenn Sie eine Person anschreiben ist es offensichtlich, dass die Person etwas hat, dass Sie spannend finden (Expertise, arbeitet in einem spannenden Unternehmen etc.). Jedoch lohnt es sich zunächst darüber nachzudenken, was Sie der Person anbieten können - und sei es nur ein spannender Artikel zu seinem/ihrem Themengebiet. Vermeiden Sie es zudem, die erste Kontaktaufnahme mit großen Bitten zu beginnen. Wenn Sie einen neuen Job im gleichen Unternehmen suchen, hört sich das nach jeder Menge Verantwortung für die Person an. Fragen Sie lieber nach seiner/ihrer Arbeit - Sie sollten die Beziehung langsam aufbauen.


  • Zeigen Sie aufrichtiges Interesse

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen Anfragen ins Blaue verschicken! Ohne Text, ohne irgendeinen ersichtlichen Bezug. Selbst wenn solche Anfragen angenommen werden, bleiben sie wertlos, da die kontaktierte Person den- oder diejenige nicht zuordnen kann. Man wird zu einer Karteileiche! Manche Menschen denken sich: “Aber irgendwann brauche ich mal jemanden aus diesem Unternehmen, und dann ist der Kontakt schon da”. Falsch! Im System vielleicht schon, aber im Gedächtnis eben nicht! Und das ist es, was im Endeffekt zählt - die Netzwerke sind nur ein Hilfsmittel. Das eigentliche Kontakteknüpfen müssen Sie selbst betreiben. Dabei helfen Punkt 1 und 2!


  • Starten Sie Jetzt!

Vielen Menschen fangen oft erst dann an zu networken, wenn sie konkret etwas brauchen. Sei es ein Start-Up Gründer, der nach einem IT Spezialisten sucht, oder ein PR Manager, der sich in einer anderen Branche neu orientieren will. Viel sinnvoller ist es, schon vorher Kontakte zu knüpfen. Entweder sobald man weiß, dass man eventuell in einem Jahr ein neues Projekt wagen will, oder wenn man generell Interesse an einer bestimmten Industrie hat. Dadurch hat man Zeit, die Art von Langzeitbeziehungen aufzubauen, die später so wertvoll sein können. 

Generell ist es nie verkehrt, ein großes (und vor allem aber enges Netzwerk) an verschiedenen Kontakten zu pflegen!