Zeugnisausgabe: Ein „sehr gut“ für die Zeitarbeit in Europa

Im März stellten der EU-Dachverband für Personaldienstleister Eurociett und die europäische Gewerkschaftsbewegung UNI Europa eine gemeinsame Langzeitstudie vor. Die beiden Organisationen haben die Zeitarbeit in Europa mit anderen Arbeitsformen verglichen. Das Zeugnis fällt sehr positiv aus: Der Bericht entkräftet Vorurteile, die im Zusammenhang mit Zeitarbeit bestehen.

 

UNI Europa

Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass es keinen Verdrängungswettbewerb unter den einzelnen Arbeitsformen gibt. Zwischen 1998 bis 2012 stieg der Anteil der Zeitarbeit an der Gesamtbeschäftigung EU-weit um ein Prozent auf 1,8 Prozent. Drei von vier Arbeitnehmern sind unbefristet beschäftigt.

 

Erkenntnis Nummer zwei: Zeitarbeit ist wichtig für den Arbeitsmarkt. Um Arbeitnehmer in wirtschaftlichen Krisen in Arbeit zu halten, brauchen Unternehmen flexible Arbeitsmodelle. Immer wenn der Arbeitsmarkt unter Druck gerät, wird Zeitarbeit stärker nachgefragt. Lob gibt es von den Erstellern der Studie für flexible Tarifsysteme der Sozialpartner in Deutschland und den Niederlanden. In Deutschland sorgen beispielsweise Tarifverträge dafür, dass Zeitarbeitnehmer als Gegenleistung für eine befristet niedrigere Bezahlung eine Beschäftigungsgarantie erhalten.

 

Die dritte gute Nachricht: Die Zeitarbeit erfüllt ihre Brückenfunktion. Flexible Arbeitsmodelle erleichtern den Übergang von der Arbeitslosigkeit zur Arbeit, sowohl kurzfristig als auch langfristig. In Frankreich (2012) und in Deutschland (2011) waren 60 Prozent der Zeitarbeitnehmer vorher arbeitslos. Dieser Effekt ist nachhaltig, das zeigt das Beispiel Frankreich: Ein Jahr nach der Aufnahme der Zeitarbeit sind 68 Prozent der Arbeitnehmer noch beschäftigt, entweder als Zeitarbeitnehmer oder mit einem befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag.

 

Darüber hinaus bestätigt die Untersuchung: Es gibt „Equal Treatment“ auf den europäischen Arbeitsmärkten. Die Zeitarbeit bietet einen ähnlichen Zugang zur sozialen Sicherheit wie ein unbefristeter Arbeitsvertrag. Arbeitslosenleistungen, Krankengeld, Mutterschaftsurlaub, Krankenversicherungs- und Rentenleistungen sind in beiden Arbeitsformen ungefähr gleich geregelt. Der Schutz Selbstständiger fällt überall in der EU deutlich geringer aus.

 

Wir freuen uns besonders über die guten Noten in Bezug auf berufsbildende Maßnahmen. Drei von vier Zeitarbeitnehmern haben in den vergangenen zwölf Monaten an Schulungen und weiteren Qualifizierungsinitiativen teilgenommen. Das liegt ungefähr auf dem gleichen Niveau wie bei unbefristet Beschäftigten. Wir arbeiten daran, dass dieser Wert künftig noch steigt. ManpowerGroup hat dafür spezielle Weiterbildungsangebote für Arbeitnehmer entwickelt und unterstützt Unternehmen bei ihren Qualifizierungsmaßnahmen.

 

Die ausführlichen Ergebnisse der Studie von CIETT und UNI Europa kann man hier nachlesen.