Berufsbild Informatiker

Die eher allgemeine Berufsbezeichnung Informatiker umfasst verschiedene Jobs im Bereich Informationstechnologie. Die stereotypische Vorstellung von dem isoliert arbeitenden Programmierer, ist dabei schon lange überholt. Der Beruf bietet weiter mehr Möglichkeiten und gute Aufstiegschancen.

Welche Berufe im Informatikumfeld gibt es? Wie wird man Informatiker und wie viel verdient man in dem Beruf? Wir gehen diesen Fragen auf den Grund. 

Informatiker: Was machen Informatiker?

Die Digitalisierung der Gesellschaft nimmt weiter zu. Informationstechnologie ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Smartphone, Laptop und Co. erfreuen uns nicht nur mit vielen verschiedenen Apps und Spielen,  sondern erleichtern uns den Alltag und unterstützen uns bei der Arbeit. In der Industrie kommen Anlagen und Roboter zum Einsatz, die uns unangenehme Tätigkeiten abnehmen. Die Umsätze im Internethandel wachsen und immer mehr Unternehmen haben sich die digitale Transformation zum Ziel gesetzt. Gleichzeitig steigt von Seiten der Unternehmen der Bedarf an IT-Fachkräften, um ihre digitalen Produktideen und Geschäftsmodelle erfolgreich umsetzen zu können.

Für all diese IT-Einsatzszenarien muss eine passende IT-Infrastruktur aus Hard- und Software bereitgestellt werden. An dieser Stelle kommen Informatiker zum Einsatz. Informatiker beschäftigen sich z.B. mit der Konzeption und Entwicklung von Datenbanken,  Algorithmen, Programmen oder dem Erstellen von Webseiten. Andere Informatiker sind für die Installation und die Instandhaltung von Netzwerken, Servern oder anderer Hardware verantwortlich. Außerdem sind Informatiker in vielen Unternehmen für den IT-Support und die Schulung von Mitarbeitern zuständig.

Informatiker können in unterschiedlichen Branchen und Unternehmen tätig sein. Zu den Klassikern zählen hier natürlich Telekommunikationsfirmen, Soft- oder Hardwarehersteller oder IT-Dienstleister. Informatiker arbeiten aber in nahezu allen Bereichen, wo Informationstechnologie zum Einsatz kommt. Nahezu jedes größere Unternehmen verfügt über spezialisierte IT-Abteilungen oder sogar ganze IT-Unternehmensbereiche. Viele Informatiker sind aber auch in der Beratungsbranche als IT-Consultants beschäftigt.

Informatiker sollten in jedem Fall über eine präzise Arbeitsweise verfügen und Geduld mitbringen. Größere IT-Projekte können sehr lange dauern und es kommt meistens im Verlauf des Projektes zu Veränderungen. Ab und zu kann es sogar vorkommen, dass IT-Projekte aufgrund von veränderten  Anforderungen oder anderen Widerständen trotz zuvor geleisteter Mühen eingestellt werden.  Zudem ist das in der Öffentlichkeit immer noch vorhandene Bild des autark arbeitenden Informatikers nicht mehr zeitgemäß. Im Berufsalltag stehen Informatiker heute in ständiger Kommunikation mit Fachabteilungen, Kunden, Lieferanten oder IT-Dienstleistern. Neben Kommunikationsstärke sollten Informatiker auch über ein gutes Problemlösungsverständnis und logisches Denkvermögen verfügen. Diese Fähigkeiten sind insbesondere bei der Erstellung von Algorithmen oder Programmen gefragt. 

Informatik Berufe: Vom Programmierer bis zum IT-Geschäftsführer

Heute ist das Berufsbild Informatiker sehr vielfältig, da sich Informatiker auf viele verschiedene Fachrichtungen spezialisieren können. Es gibt nicht mehr „den“ Informatiker, sondern Informatiker mit unterschiedlichen Spezialisierungen und Fachgebieten. Viele Informatiker haben dabei ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht (z.B. das Entwickeln von Software oder von Webseiten).

Programmierer konzipieren und erstellen mit Hilfe von Algorithmen und Programmiersprachen Anwendungsprogramme. In dem Beruf des Programmierers existieren  je nach Programmiersprache und Plattform wieder verschiedene Spezialisierungen. Webentwickler haben sich auf das Erstellen von Webseiten und Webanwendungen spezialisiert, wieder andere Programmierer entwickeln Softwarelösungen für den Computer. Die meisten Programmierer lernen das Programmieren mit Standardsprachen wie C++, Java oder Python. Webprogrammierer starten  in der Regel mit HTML und CSS. Die Berufsaussichten für Programmierer sind sehr gut. Aufgrund des technologischen Fortschritts wächst das Einsatz- und Aufgabengebiet von Programmierern stetig.

Viele Informatiker sind auch im ERP-Umfeld als IT-Entwickler tätig. In den meisten Unternehmen kommen ERP-Systeme von SAP oder Oracle zum Einsatz. Mit Hilfe von ERP-Systemen können Unternehmen ihre internen und externen Geschäftsprozesse digital abbilden und somit die gesamte Wertschöpfung beschleunigen und transparent halten. Informatiker im ERP-Umfeld sind daher meistens mit der Weiterentwicklung des ERP-Systems beschäftigt. Dazu zählen u.a.  der Support von Usern im Rahmen des Ticket-Managements, die (Weiter-) Entwicklung von Modulen, die Entwicklung einer Systemarchitektur oder das Arbeiten in internationalen Projektteams zum Rollout von ERP-Lösungen in andern Ländern (z.B. Tochtergesellschaften). Viele ERP-Fachleute sind auch als Berater bei IT-Beratungsunternehmen angestellt.

Informatiker arbeiten aber nicht immer im Programmierumfeld. Einige Informatiker planen und steuern z.B. IT-Projekte und Software-Rollouts oder agieren als Schnittstelle zwischen Informatik- und Fachabteilung.  Softwaretester führen nicht nur die Softwaretests aus, sondern planen und steuern die gesamte Testphase. Fachinformatiker mit der Fachrichtung Systemintegration arbeiten eher hardwareorientiert und sind beispielsweise als Netzwerkadministrator für das gesamte Netzwerk sowie die Server- und IT-Landschaft in einem Unternehmen verantwortlich.

Informatik-Berufe bieten häufig gute Aufstiegschancen. Viele Informatiker sind in leitender Position tätig. In vielen größeren Unternehmen existieren sogar IT-Bereichsleiter- oder IT-Geschäftsführer. IT-Leiter übernehmen tendenziell weniger operative Aufgaben wie Programmieren oder Testen. Neben Führungsaufgaben sind IT-Leiter für die Planung, Steuerung und Überwachung von IT-Projekten oder mit der Entwicklung und Umsetzungen von IT-Strategien vertraut.  

Informatik Ausbildung: Welche Ausbildungsberufe eignen sich?

Für viele Berufe im Informatikumfeld wird ein Studium vorausgesetzt. Obwohl es sich bei Informatik, mit jährlich knapp 30.000 Studienanfängern in Deutschland, um eines der beliebtesten Studienfächer handelt, wird es in Zukunft voraussichtlich einen Mangel an Informatikabsolventen geben.  Informatikstudiengänge werden sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen angeboten.

Besondere Vorkenntnisse (z.B. Programmieren) werden vor Ausbildungsbeginn in der Regel weder von dem Ausbildungsbetrieb noch von der Berufsschule erwartet. Für die Bewerbung ist es aber mit Sicherheit hilfreich, wenn man darauf verweisen kann, sich z.B. schon einmal mit Programmiersprachen oder Computerhardware beschäftigt zu haben.


Schüler, die sich für einen Informatikberuf interessieren aber bisher noch nicht die Möglichkeit hatten sich mit dem Programmieren zu beschäftigen, sei ein Blick auf die Webseite code.org empfohlen. Die gemeinnützige Organisation hat es sich zum Ziel gesetzt, Schüler und andere Interessierten zum Programmieren zu inspirieren. Auf der Plattform werden auf eine spielerische Art und Weise die Grundlagen des Programmierens vermittelt.  Im Rahmen von kurzen Tutorials haben die User die Möglichkeit ihre erste kleine Spiele-App zu programmieren, ohne zuvor jemals eine Codezeile geschrieben zu haben. Somit können Programmierinteressenten schon einmal einen ersten Eindruck vom Programmieren erlangen.

In  vielen Schulen gibt es außerdem z.B. IT-Arbeitsgruppen, die sich um die Schulwebseite kümmern oder die IT bei der Verwaltung der Hardware unterstützen. In jedem Fall sollten die Ausbildungsinteressierten für diese Berufe eine gewisse Affinität zum Thema Technologie und Computer mitbringen. Schulische Voraussetzung ist meistens mindestens ein mittlerer Schulabschluss. 

Informatik Studium: Was ist zu beachten?

Für viele Berufe im Informatikumfeld wird ein Studium vorausgesetzt.

Obwohl es sich bei Informatik, mit jährlich knapp 30.000 Studienanfängern in Deutschland, um eines der beliebtesten Studienfächer handelt, wird es in Zukunft voraussichtlich einen Mangel an Informatikabsolventen geben. Informatikstudiengänge werden sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen angeboten.

Neben dem „klassischen“ Informatikstudium, gibt es noch weitere spezialisierte Informatikstudiengänge wie:

  • Bioinformatik
  • Medieninformatik
  • Wirtschaftsinformatik
  • Ingenieurinformatik
  • Angewandte Informatik
  • Technische Informatik
  • Game Design
  • Medizinische Informatik
  • IT-Management

Bei Studiengängen wie Bio- oder Wirtschaftsinformatik bestehen die Lerninhalte meistens zu 50% aus Informatik und zu 50% aus der jeweiligen Fachrichtung (z.B. Biologie oder BWL). Neben Informatikabsolventen, sind auch Absolventen aus der Mathematik oder aus den Ingenieurwissenschaften als Informatiker tätig. Informatikstudiengänge sind besonders im Grundstudium für ihren nicht zu unterschätzenden Mathematikanteil berüchtigt. Studieninteressente sollten sich dessen bewusst sein und sich entsprechend auf das Studium vorbereiten.

Von Informatikstudenten werden meistens keine technischen Vorkenntnisse, z.B. im Programmieren, erwartet.  Im Informatikstudium werden in der Regel nur die Grundlagen und die Theorien des Programmierens gelernt. Informatikstudenten sollten daher dazu bereit sein, sich auch in der Freizeit mit dem Programmieren zu beschäftigen. Zum Einstieg ins Programmieren werden von Experten oft Programmiersprachen wie Python oder C++ empfohlen. 

Wer im Informatikstudium nicht auf die Praxis verzichten möchte, hat die Möglichkeit ein duales Studium zu absolvieren. Einige Unternehmen bieten in Kooperation mit Hochschulen z.B. ein Informatikstudium in Kombination mit der Ausbildung als Fachinformatiker an. Am  Ende des dualen Studiums erhalten die Absolventen dann sowohl ein Hochschulzeugnis als auch einen IHK-Berufsabschluss.  Duale Informatikstudenten profitieren dabei neben dem Praxisbezug auch noch von einem regelmäßigen Gehalt und einer guten Übernahmechance nach dem Studium. 

Weiterbildung Informatik: Perspektiven für Computerspezialisten

Informatiker haben die Möglichkeit sich sowohl im technischen- als auch im betriebswirtschaftlichen Bereich weiterbilden zu lassen.

Voraussetzung für eine Weiterbildung in einem dieser Berufe ist häufig eine einschlägige Berufserfahrung  bzw. ein passender Berufsabschluss im Informatikumfeld. Die entsprechenden Vorbereitungslehrgänge werden meistens von Vereinen für Berufsbildung oder sonstigen privaten Instituten angeboten.  Die Weiterbildungen und Prüfungen sind nicht kostenfrei. Zum Teil werden Arbeitnehmer bei der Finanzierung der Weiterbildung von ihren Arbeitgebern unterstützt

Einstiegsgehalt Informatiker: Das verdienen Informatiker nach ihrer Ausbildung

Auch Informatikberufseinsteiger können sich über ein gutes Gehalt freuen. Absolventen in informatiknahen Ausbildungsberufen können sich an den knapp 25.000 Euro brutto pro Jahr orientieren, welche ein ausgebildeter Fachinformatiker mit der Fachrichtung Anwendungsentwicklung verdient.

Von einem ähnlichen Einstiegsgehalt können auch Fachinformatiker mit der Fachrichtung Systemintegration ausgehen. Ausbildungsabsolventen, die über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen,  beginnen im Anschluss an ihre Ausbildung häufig mit einem Informatikstudium, da sie sich dadurch nicht nur eine höhere Qualifikation und Aufstiegschancen, sondern auch höhere Gehälter erhoffen.

Einstiegsgehalt mit einem Bachelor in Informatik

Ein Hochschulabschluss bei Berufseinsteigern im Informatikumfeld  wird von den Unternehmen entsprechend honoriert. Informatiker mit einem Bachelorabschluss können von einem Einstiegsgehalt in Höhe von ca. 40.000 Euro brutto pro Jahr ausgehen. Einschlägige Praxiserfahrung während dem Studium, z.B. in Form von Praktika und Werkstudententätigkeiten, oder besondere Fertigkeiten (z.B. Programmiersprachen) sind eine gute Grundlage, um bei den Gehaltsverhandlungen ein gutes Einkommen auszuhandeln.

Ein Masterabschluss verlängert die Studienzeit um noch einmal mindestens drei Semester. Aufgrund des höheren Abschlusses beginnen Informatik-Masterabsolventen ihre Berufslaufbahn zum Teil schon mit einem Einstiegsgehalt in Höhe von 45.000 Euro brutto pro Jahr.